Protest gegen Internetüberwachung (Bild: Wikimedia, Aporvearyan)
Protest gegen Internetüberwachung (Bild: Wikimedia, Aporvearyan)

Nicht nur Google erhält regelmäßig Ersuchen zur Herausgabe von Nutzerdaten von hoheitlichen Stellen aus der ganzen Welt. Googles neuer  Transparenzbericht enthält einen Überblick über weltweite Regierungsanfragen nach Internetnutzern von 2009 bis Ende 2013. Die Zunahme beträgt in vier Jahren 120 Prozent.


Im zweiten Halbjahr 2009 erhielt Google dem Transparenzbericht zufolge aus aller Welt 12.539 Regierungsanfragen nach Nutzerdaten, im zweiten Halbjahr 2013 waren es schon 27.477. Während Google die Zunahme der Regierungsanfragen auch damit begründet, dass ihre Dienste jedes Jahr stärker genutzt werden, erscheint die drastische  Zunahme der Auskunftsersuchen zu Nutzerdaten bei kritischem Blick dennoch bedenklich. Im gesamten Jahr 2013 gab es 53.356 Anfragen.

Neugier der USA mit Abstand am größten

Der weitaus größte Anteil der Ersuchen nach Nutzerdaten stammt aus den Vereinigten Staaten. So wurden allein im zweiten Halbjahr 2013 10.574 Ersuchen nach Nutzerdaten aus den USA gestellt – dabei sollen in diesen Zahlen Maßnahmen der Massenüberwachung durch die National Security Agency (NSA)  nicht einmal eingeschlossen sein. Der Prozentsatz von Auskunftsersuchen, bei denen einige Daten vorgelegt wurden, beträgt bei Ersuchen aus den USA 83 Prozent, aus Deutschland 40 Prozent, aus Österreich 26 Prozent und aus der Russischen Föderation nur 3 Prozent.  Interessant ist auch, dass es  im zweiten Halbjahr 2013 mit 2.660 Ersuchen aus Deutschland mehr Ersuchen zu Nutzerdaten gab als in Indien (2.513) –  dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl der Erde. Aus China hat sich Google weitestgehend zurückgezogen und soll auf die Hongkonger Seite umleiten – auch hier ist die Anzahl offizieller Ersuchen gering.


„Wir überprüfen jedes Ersuchen, um sicherzustellen, dass es dem Gesetz in Wort und Sinn entspricht. In einigen Fällen lehnen wir die Herausgabe von Informationen ab oder versuchen, den Umfang des Ersuchens einzugrenzen“, stellt Google in seinem Transparenzbericht fest.

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