Der IT-Konzern Google möchte in den kommenden fünf Jahren grün werden und in Europa ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen. Der Suchmaschinen-Riese betreibt vier eigene europäische Rechenzentren. Google-Manager Urs Hölzle warnte bereits vor fünf Jahren, das sich in Sachen Energie etwas ändern muss. Am Donnerstag gab der Schweizer Experte bekannt, dass Google die Rechenzentren in Europa zu 100 Prozent mit grünem Strom betreiben möchte. Zudem wurde festgehalten, dass das Internet kein so großer Energiefresser mehr sei.


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In absehbarer Zeit soll Google in Europa grüner werden. Hölzle betonte, dass Google lange Zeit das einzige Online-Unternehmen war, welches Kaufverträge mit künftigen Produzenten erneuerbarer Energien schloss, die auf einen langen Zeitraum ausgelegt sind. Google unterstützte dabei Windfarmen, die es zum Vertragsabschluss noch gar nicht gab. Mit der Inbetriebnahme der Anlagen sei das Stromversorgungsziel zu Gunsten der Umwelt erreicht.


Die IT verschlingt zwei Prozent des globalen Energieverbrauchs

IT-Konzerne wie Google geraten in diesen Monaten wieder vermehrt in das Visier von Ökogruppierungen, die große Kritik äußern. So hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace Unternehmen wie Amazon, Ebay und Oracle erst jetzt wieder als großes Klimaproblem bezeichnet. Neue Cloud- und Streamingdienste lassen das benötigte Datenvolumen explosionsartig ansteigen. In Zahlen ausgedrückt macht das pro Jahr eine Steigerung um 20 Prozent aus. Damit einher steigt auch der Energiebedarf von Rechenzentren. Etwa zwei Prozent des globalen Energieverbrauchs saugt die IT. Schon eine Anlage benötigt dabei so viel Strom wie Tausende Einfamilienhäuser.

Noch vor dem G-7-Gipfel in Elmau, der vermehrt den Kampf gegen den Klimawandel thematisieren wird, kündigte Google als einer der großen Weltunternehmen den schnellen kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien an. Googles Leiter der globalen Infrastruktur geht davon aus, dass das Ziel innerhalb der nächsten fünf Jahre erreicht wird. Während Hölzle 1999 zusammen mit den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin der geballten Suchanfragen in Millionenhöhe Herr werden mussten, hat der Schweizer nun eine neue Großbaustelle zu bedienen, nämlich die Unternehmens-interne Energiewände.

Erst der Anstieg der Suchanfragen und nun die Energiewende

Google steht vor dem Mammutprojekt täglich eine Milliarde Suchanfragen zu managen und den dafür benötigten Energiebedarf grüner zu gestalten. Weltweit setzt Google erst zu 35 Prozent auf erneuerbare Energien. In Zukunft möchte Google jedoch die Ökostrom-Kapazitäten deutlich ausbauen. Der Konzern will zudem beweisen, dass ein Wechsel kein Luxus ist, sondern eine praktikable Lösung. Sinkende Kosten in der Windkraft unterstützen einen ökonomischeren Umstieg.

Hölzle sieht Deutschland in Sachen Ökostrom als weltweit führend an. Im Hinblick auf die Energiewende sei Kalifornien dem Experten zufolge fünf bis zehn Jahre hinterher. Es ist daher offensichtlich, dass in Europa zuerst das Ziel erreicht werde zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu fahren. Google lässt dafür bereits zwei Windparks in Schweden errichten. Diese sollen in Zukunft die Datenzentren in Finnland, Belgien und Irland versorgen. Ist der Umstieg geglückt soll es dann in den USA und Asien weitergehen. Google unterhält weltweit insgesamt Rechenzentren an 13 Standorten.

Namenhafte Unternehmen setzen zum Großteil immer noch auf fossile Energien

Obwohl Computer und auch Rechenzentren sparsamer werden, steigt das Datenvolumen aufgrund der wachsenden Digitalisierung so stark an, dass die Einsparungswerte deutlich in den Schatten gestellt werden. Trotz des steigenden Strombedarfs und dem wachsenden öffentlichen Druck, findet bei einem Groß der Big Player in der IT Branche nur langsam ein an Veränderungen geknüpftes Umdenken statt. Laut Greenpeace liegt der Anteil fossiler Energien bei Ebay, Amazon Web Services, Oracle oder IBM nach wie vor bei 75 bis 90 Prozent.

Hölzle sieht generell in erneuerbaren Energien die große Chance die Welt verändern zu können.

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