Greenpeace-Studie: So kann der Straßenverkehr in Deutschland komplett emissionsfrei werden

Im Weltklimavertrag von Paris hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Unstrittig ist, dass dafür auch der Verkehrssektor seine Emissionen massiv reduzieren muss. Bisher ist in diesem Bereich aber eher wenig geschehen: Die Emissionen lagen im vergangenen Jahr bei 166 Millionen Tonnen – und damit in etwa so hoch wie vor zwanzig Jahren. Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos erwies sich zudem als deutlich seltener nachgefragt als ursprünglich gedacht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nun eine Studie präsentiert, die aufzeigen soll, wie die Emissionen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2035 auf null sinken könnten. Dafür sind allerdings radikale Umstellungen notwendig.

Die Umstellung auf Autos mit Elektroantrieb alleine reicht noch nicht aus. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die persönliche Mobilität soll nicht eingeschränkt werden

So soll die Zahl der Autos in Deutschland stark verringert werden: Statt bisher 548 Fahrzeugen pro tausend Einwohner soll es zukünftig nur noch rund 200 geben. Dafür sorgen soll eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche. Zum einen ist geplant, Autos im Unterhalt schlicht teurer zu machen – etwa durch höhere Steuern. Zum anderen soll aber durch vernetzte Verkehrskonzepte auch die Attraktivität der Alternativen zum Auto stark erhöht werden. Carsharing spielt dabei ebenso eine Rolle wie der klassische öffentliche Personennahverkehr. Letztlich könnte es so gelingen, dass immer mehr Menschen freiwillig auf ein eigenes Auto verzichten – ohne dass sie dadurch in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden. Denn das Motto lautet: Weniger Auto, weniger Verkehr – aber gleichbleibende persönliche Mobilität. In vielen Großstädten ist dieses Ziel bereits durchaus greifbar. Auf dem Land ist die Umsetzung hingegen eher schwierig.

Zukünftig nur noch Autos mit Elektromotor

Die verbliebenen Autos sollen zudem ausschließlich durch Elektromotoren angetrieben werden. Dafür ist auf der einen Seite eine verpflichtende Einführung von Produktionsquoten für Autos mit Elektroantrieb denkbar. Viel wichtiger aber: Ab dem Jahr 2025 sollen keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Damit geht die Studie sogar über die Forderungen der Grünen hinaus. Diese streben das Jahr 2030 als Ausstiegsdatum an. Womit auch bereits das Kernproblem der Studie benannt ist: Die dort vorgestellten Maßnahmen müssten von der Politik beschlossen werden. Bisher sind die meisten Parteien aber nicht zu solch einem radikalen Kurswechsel in der Verkehrspolitik bereit. Zumal unklar ist, inwieweit die persönliche Mobilität durch ein Verzicht auf das eigene Auto tatsächlich nicht eingeschränkt wird.

Via: Greenpeace