Die Zahl der Nationen, die Astronauten mit selbst entwickelten Raumfahrzeugen ins Weltall transportieren können, ist noch immer sehr gering: Die Vereinigten Staaten sind dazu in der Lage sowie Russland und China. Als viertes Land der Welt strebt auch Indien diese Fähigkeit an. Ein wichtiger Schritt dorthin konnte nun erfolgreich absolviert werden. Eine im Land entwickelte Trägerrakete des Typs GSLV Mk III-D1 absolvierte den ersten kommerziellen Flug erfolgreich und brachte einen 3,1 Tonnen schweren Satelliten ins All. Die Besonderheit dabei: Die Rakete ist bereits leistungsfähig genug, um später auch bemannte Raumkapseln in das Weltall zu fliegen. Einen genauen Zeitplan, wann die Pläne realisiert werden sollen, gibt es bisher aber noch nicht.


Die indische Transportrakete kurz vor dem Start. Foto: ISRO

Nur fünf andere Länder können so schwere Lasten ins All fliegen

Bereits im Jahr 2014 hatte die indische Raumfahrtbehörde ISRO eine Transportkapsel ins All geschickt – diese war allerdings noch unbemannt. Nun wurde die für den Transport benötigte Trägerrakete erstmals unter kommerziellen Bedingungen getestet. Der Start wurde auch von der indischen Öffentlichkeit mit Spannung erwartet. Umso größer war dann die Erleichterung, als der Flug ohne Probleme ablief. Selbst der indische Ministerpräsident Narendra Modi gratulierte auf Twitter. Der Regierungschef gilt als großer Förderer der indischen Raumfahrt und sieht in diesem Bereich enormes Potential. Immerhin ist Indien mit der nun getesteten Trägerrakete erst das sechste Land überhaupt, das Nutzlasten von mehr als drei Tonnen mit nur einem Flug ins All bringen kann.

Mit dem Transport von leichten Satelliten soll Geld verdient werden

Grundsätzlich sieht Indien aber vor allem eine Marktnische beim Transport von kleinen und leichten Satelliten. Vor einiger Zeit stellte das Land sogar einen Weltrekord auf, als es 104 kleine Satelliten auf einmal in den Weltraum beförderte. Vor kurzem wurde zudem ein Kommunikationssatellit namens GSAT-9 ins All gebracht. Dieser wird aber nicht nur von indischen Firmen und Institutionen genutzt. Vielmehr wird ein Teil der Bandbreite auch kostenlos den Nachbarländern zur Verfügung gestellt. In diesem Bereich ist das indische Raumfahrtprogramm dann sogar Teil der Außenpolitik des Landes. Zukünftig will das Land mit den Transporten von leichten Satelliten aber auch Geld verdienen – ähnliche Pläne verfolgt allerdings auch ein neuseeländisches Startup.


Via:CNN

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