Die Elbphilharmonie in Hamburg sollte ursprünglich bereits im Jahr 2010 fertig werden und lediglich knapp 200 Millionen Euro kosten. Letztlich kamen bis zur Eröffnung in diesem Jahr aber Baukosten von 789 Millionen Euro zusammen. Noch deutlich teurer ist allerdings ein weiteres Großprojekt in Hamburg: Für den Röntgenlaser XFEL mussten rund 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Dafür ist das Projekt aber auch nicht durch lange Verzögerungen aufgefallen. Heute wird Forschungsministerin Johanna Wank symbolisch einen Kopf drücken und den hellsten Röntgenlaser der Welt in Betrieb nehmen. Zukünftig können dort dann Forscher aus aller Welt und allen Disziplinen Materialproben extrem genau analysieren. Es handelt sich um eines der größten europäischen Forschungsprojekte überhaupt.


Die 3,4 Kilometer lange Anlage liegt unterhalb von Hamburg

Der Laser erzeugt Strahlungspulse mit einer Wellenlänge von unter einem Nanometer. Diese Wellenlänge entspricht in etwa der Größe eines Atoms, wodurch verschiedene Materialien in ihrer kleinsten Struktur fotografiert oder gefilmt werden können. Die Anwendungsmöglichkeiten sind extrem vielfältig. Neben der Materialuntersuchung können beispielsweise auch chemische Reaktionen beobachtet oder detailreiche 3D-Bilder von Viren und DNA-Strukturen angefertigt werden. Die Nutzung des Röntgenlasers ist daher auch nicht auf Naturwissenschaftler beschränkt. So können Archäologen die Anlage auch nutzen, um gefundene Stücke genauer zu untersuchen. Der Röntgenlaser ist insgesamt 3,4 Kilometer lang und befindet sich unterhalb von Hamburg. Erzeugt werden die Strahlungspulse in einem Linearbeschleuniger. Von dort wird das Licht dann auf die einzelnen Arbeitsflächen geleitet.


Ein Beispiel für erfolgreiche europäische Forschungskooperation

Der Röntgenlaser ist aber auch deshalb interessant, weil es sich um ein selten gewordenes Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation mit Russland handelt. So trägt Deutschland 58 Prozent der Kosten, während Russland 27 Prozent beisteuert. Die beiden Länder sind damit mit Abstand die größten Finanziers. Neun andere europäische Länder besitzen Beteiligungen im niedrigen einstelligen Bereich. Deutschland profitiert von dem Röntgenlaser in vielfältiger Weise. So wird der Forschungsstandort Hamburg enorm aufgewertet – zumal XFEL an das Forschungszentrum DESY angebunden ist. Es entstehen aber auch rund 300 hochwertige Arbeitsplätze. Betrieben wird der Röntenlaser durch eine gemeinnützige GmbH, die sicherstellt, dass die Nutzungszeiten fair verteilt werden.

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