Hamburger mit Herz funktionieren Obdachlosensperre in Gabenzaun um

Obdachlose haben in jeder Stadt ihre Lieblingsplätze, in Hamburg saßen sie bislang gern auf einer Mauer am Vorplatz des Hauptbahnhofs. Doch der Bezirk Mitte war mit diesem Anblick nicht einverstanden und errichtete einen Zaun auf der Sitzfläche der Mauer als »Obdachlosensperre«.

Der Hamburger Gabenzaun, unfreiwillig gespendet von der Stadt Hamburg / Foto: Hamburger Gabenzaun

»Gib, was du kannst, denn du schläfst heute in einem warmen Bett«

Eine kniehohe Mauer bietet sich einfach zum Ausruhen an, vor allem dann, wenn dort bereits Gesprächspartner sitzen, oder der Platz angenehm von der Sonne beschienen wird. Auch Obdachlose mögen gern gesellige Runden, wahrscheinlich fühlten sie sich deshalb so wohl auf ihrem langjährigen Stammplätzchen. Nun kann auf der besagten Hamburger Mauer allerdings niemand mehr sitzen, weil der Zaun den Platz blockiert. Doch dieser Umbau gefiel nicht allen Passanten, einige machten sich darüber intensive Gedanken und kehrten den Anti-Obdachlosenzaun ins Gegenteil um: Sie schufen den Hamburger Gabenzaun. Wir wissen nicht, wer zuerst das Schild mit der entsprechenden Aufschrift an den Zaun hing, und auch nicht, ob es sich um dieselbe Person handelt, die ein weiteres Schild hinzufügte: »Gib, was du kannst, denn du schläfst heute in einem warmen Bett«: kein Klagen, kein Schimpfen, nur schlichte, mitmenschliche Worte.

Hilfe statt Ausgrenzung: Der Hamburger Gabenzaun ist ein Projekt mit Herz

Gabenzaun besitzt inzwischen eine eigene Facebookseite

Nun hängen immer mehr Hamburger Plastiktüten mit Sachspenden an diesen Zaun, der eigentlich wohnungslose Menschen abschrecken sollte. In den Tüten enthalten sind Kleidungsstücke, Nahrung, warme Decken, Schlafsäcke oder Hundefutter – alles wichtige Dinge für Menschen in Not und ihre tierischen Freunde. Der Hamburger Gabenzaun besitzt inzwischen sogar eine eigene Facebook-Seite mit dem Gründungsdatum 29. Januar 2017. Ein Eintrag eines Besuchers lautet: »Mit dem Gabenzaun wurde aus einem Symbol der Ausgrenzung ganz schnell ein lebendiges Zeichen der Mitmenschlichkeit. Das ist wieder einmal typisch Hamburg. Wunderbar.« Das Profilfoto zeigt außerdem ein Bild von einem weiteren Zettel, der am Gabenzaun hängt, mit folgenden Dankesworten: »Vielen Dank an die Stadt Hamburg für den tollen Gabenzaun. Eine wirklich gute Idee …«. Da möchten wir uns doch glatt anschließen.

Quelle: jetzt.de