Das Problem ist auch aus Deutschland bekannt: Viele Kinder spielen in den Pausen nicht mehr mit ihren Schulkameraden, sondern starren gebannt auf ihr Smartphone. Was im Einzelfall nicht besonders schlimm ist, kann auf Dauer zum Problem werden. Denn soziale Kontakte und spielerische Aktivitäten sind für die Entwicklung der Kinder von enormer Bedeutung. Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hatte daher im Wahlkampf angekündigt, Smartphones zukünftig aus dem Schulalltag verbannen zu wollen. Nun will Bildungsminister Jean Michel Blanquer den Worten Taten folgen lassen. Seinen Plänen zufolge soll zukünftig gelten: In der Grundschule und in der Unterstufe ist die Handynutzung während der Schulzeit zukünftig komplett untersagt – und zwar sowohl während des Unterrichts als auch in den Pausen.


Theoretisch werden landesweit rund drei Millionen Spinde benötigt

Betroffen wären damit alle Schüler bis zu einem Alter von etwa 15 Jahren. Wie die Regelung im Detail umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Der Minister schlug eine Vorgehensweise vor, die er auch selbst vor jeder Kabinettssitzung vollzieht: Die Handys könnten doch zu Schulbeginn in einen Spind geschlossen werden, so der Vorschlag. Allerdings gibt es logischerweise deutlich mehr Schüler in Frankreich als Minister. Der Vorsitzende der französischen Gewerkschaft für Schulleiter, Philippe Vincent, hat grob überschlagen, dass dafür landesweit rund drei Millionen Spinde benötigt würden. Hinzu kommt: Viele Schulen leiden schon heute unter Platzmangel und könnten Probleme bekommen, ausreichende Stellflächen zu schaffen.

Ein Handyverbot könnte auch zu besseren schulischen Leistungen führen

Am sinnvollsten wäre es daher wahrscheinlich, die Kinder würden ihre Smartphones ganz zu Hause lassen. Die Verantwortung dafür liegt allerdings alleine bei den Eltern, die Regierung hat keine rechtliche Möglichkeit dies anzuordnen. Das Verbot von Smartphones könnte zudem nicht nur für mehr Aktivitäten in den Pausen sorgen, sondern auch für bessere Ergebnisse in der Schule. Eine Untersuchung der London School of Economics kam zu dem Ergebnis, dass die Testergebnisse von 16-jährigen Schülern nach einem vollständigen Handyverbot in der Schule um 6,4 Prozent besser ausfielen als zuvor. In Frankreich wird man zukünftig beobachten können, ob sich dieses Ergebnis auch bei jüngeren Kindern bestätigen lässt.


Via: Treehugger

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