Solarparks auf dem Wasser zu errichten, ist grundsätzlich kein großes Problem. So wurde vor kurzem in Japan der größte schwimmende Solarpark der Welt ans Netz angeschlossen. In Europa wiederum ist Großbritannien Vorreiter bei dieser Form der Energieerzeugung. Bisher allerdings kommenden die schwimmenden Solarmodule vor allem auf beruhigten Gewässern – beispielsweise Stauseen oder Wasserreservoirs – zum Einsatz. Für den Einsatz auf dem Meer ist die Technik aktuell aber nicht geeignet – zu stark sind die Kräfte des Wellengangs. Offshore-Solaranlagen gibt es daher bisher keine. Dies könnte sich allerdings schon recht bald ändern. Denn die TU Wien hat eine schwimmende Plattform entwickelt, die auch die stärksten Wellen abfedern soll.


Bild: TU Wien
Bild: TU Wien

Die neue Technik wirkt wie ein Stoßdämpfer

Möglich wird dies durch nach unten offene Luftkissen. Dabei kann die Luft nach oben hin nicht entweichen, steht aber unten mit dem Wasser in Kontakt. Bei Wellengang wirkt diese Konstruktion dann wie ein Stoßdämpfer und nimmt die Kraft der Wellen auf – ohne dass die Plattform selbst dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Idealfall schwebt die Anlage also ruhig über dem Wasser und bietet so eine Nutzfläche. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird die Technik dabei aktuell auf der Hannover Messe. Dort kommt allerdings nur eine ein Quadratmeter große Version zum Einsatz. Grundsätzlich lassen sich aber auch Plattformen mit einer Länge von bis zu einhundert Metern realisieren.

Langfristig könnten ganze Gebäude auf dem Wasser errichtet werden

In einem ersten Nutzungskonzept wurde dabei vor allem auf die Möglichkeit eingegangen, auf der Nutzfläche Solarpanels zu installieren. Erweist sich die Technik  dabei allerdings als praxistauglich, sind auch zahlreiche andere Anwendungsmöglichkeiten denkbar. Beispielsweise die Installation einer Entsalzungsanlage oder die Nutzung für so genanntes Aqua Farming. Theoretisch ist es sogar denkbar, komplette Sportanlagen oder Gebäude auf so einer schwimmenden Insel zu errichten. Die TU Wien hat jedenfalls bereits ein Spin-Off gegründet, das die Heliofloat-Technik weiter entwickeln und vermarkten soll. Aktuell werden dabei weitere Kooperationspartner und Investoren gesucht.


Via: TU Wien

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