Auch in Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine rege Startup-Szene entwickelt. Sieben in diesem Jahrtausend gegründete Unternehmen haben inzwischen sogar eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro erreicht – und gelten damit als seltene Einhörner. Der Ritterschlag für jedes Startup ist es aber, wenn ein erfolgreicher Börsengang gelingt und sich dabei die vorherige Bewertung bestätigt.


Der Kochboxenversender Hello Fresh kann in diesem Punkt nun zumindest einen Teilerfolg vermelden: Das Unternehmen hat Aktien im Wert von 318 Millionen Euro an der Frankfurter Börse platziert. Damit wurde das gesamte Unternehmen von den Aktionären mit rund 1,7 Milliarden Euro bewertet. Bei der letzten Finanzierungsrunde lag dieser Wert allerdings noch bei 2,0 Milliarden Euro.

Bild: Hello Fresh

Rocket Internet hat seine Anteile leicht verringert

Dennoch kann der Börsengang als Erfolg verbucht werden. Denn auch am ersten Handelstag erfreute sich die Aktie durchaus einer gewissen Beliebtheit und schloss den Tag sogar im Plus ab. Hinzu kommt: Es war bereits der zweite Versuch eines Börsengangs von Hello Fresh. Der erste Anlauf musste aufgrund des schlechten Marktumfelds abgesagt werden. Das eingenommene Geld verbleibt bei Hello Fresh und soll die weitere Expansion des Unternehmens finanzieren. Durch den Börsengang verändern sich auch die Besitzverhältnisse: Bisher besaß Rocket Internet mit gut 53 Prozent die Mehrheit an dem Unternehmen – nun sank die Beteiligung auf noch 47,6 Prozent. Nach einer Frist von 90 Tagen können sich die Investoren zudem von weiteren Anteilen trennen.

Das amerikanische Vorbild BlueApron erwies sich als Belastung

Der erfolgreiche Börsengang von Hello Fresh war alles andere als ein Selbstläufer. Denn das Unternehmen sieht sich teilweise einer großen Skepsis gegenüber. Zum einen speist diese sich aus den Erfahrungen mit dem amerikanischen Vorbild BlueApron. Das US-Unternehmen war ebenfalls an die Börse gegangen, musste dort dann aber enorme Kursverluste hinnehmen. Der Grund: Amazon kündigte an, ebenfalls in das Geschäft einsteigen zu wollen. Zum anderen macht aber auch Hello Fresh selbst noch Verluste und muss vergleichsweise viel Geld für Marketing ausgeben, um Kunden zu gewinnen. Das Management hat allerdings angekündigt, innerhalb der nächsten 15 Monate im operativen Geschäft profitabel zu werden.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.