Gegen Hepatitis B ist schon seit längerem eine Impfung verfügbar. Jedoch wartet die Wissenschaft bis heute auf eine spezifische Behandlung geschweige denn auf eine Heilung der Krankheit. Die Folge: In Gebieten, in denen der Zugang zu Impfmitteln begrenzt ist (beispielsweise in Teilen von Afrika) sind etwa 10 Prozent der Bevölkerung chronisch mit Hepatitis B infiziert. Australische Wissenschaftler könnten nun jedoch eine Heilung für Hepatitis B gefunden haben.


Hepatitis B

Krebsmedikament könnte Heilung bringen

Bei der Methode handelt es sich um eine Kombination aus einem antiviralen Medikament und einem Krebsmedikament. Den Forschern gelang es, damit in Tiertests 100 Prozent der infizierten Tiere zu heilen. Da es sich bei beiden Medikamenten um bereits marktfähige Versionen handelt, werden die erforderlichen Studien zur Zulassung der Behandlungsmethode nicht besonders viel Zeit in Anspruch nehmen. Tatsächlich werden bereits in mehreren australischen Städten entsprechende Studien durchgeführt. Die Forschungsgruppe hat ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.


Hepatitis B: Tödliche Leberkrankheit

Bei Hepatitis B handelt es sich um eine potenziell tödliche Infektion der Leber, die durch den Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Ein gesunder Erwachsener wird sich für gewöhnlich innerhalb eines Jahres von der Infektion erholen. Der Virus löst einen kontrollierten Zelltod (Apoptose) aus, mit dem die Verbreitung der Infektion verhindert wird. Jedoch hat der Virus eine Methode, um die Signalwege, die die Apoptose auslösen, zu unterbrechen. Daher entwickeln einige Patienten eine chronische Infektion, die zu schweren Leberschäden führen kann, die letztlich auch tödlich sein können.

Signalwege unterbrechen, um den Virus wehrlos zu machen

Das inzwischen extensive Wissen um den HB-Virus nutzte ein Team des Walter and Eliza Hall Institute um einen Weg zu finden, die Signalwege zu unterbrechen, mit denen der Virus die Apoptose verhindert. Das Mittel der Wahl hört auf den Namen Birinapant, und wird für gewöhnlich für die Behandlung von Krebs genutzt wird. Jedoch fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Medikament auch dem HB-Virus die Fähigkeit nimmt, die Apoptose zu unterbinden. Diese Wirkung tritt noch deutlicher hervor, wenn Birinapant mit einer bekannten HBV-Therapie kombiniert wird.

“Birinapant enables the destruction of hepatitis-infected liver cells while leaving normal cells unharmed. Excitingly, when birinipant was administered in combination with current antiviral drug entecavir, the infection was cleared twice as fast compared with birinapant alone,” so Marc Pellegrini, der die Forschungsgruppe leitet.

Aus den 100-prozentig wirksamen Tierversuchen entwickelte sich eine menschliche Studie im Dezember, die die Sicherheit und Effizienz der Behandlungsmethode untersuchen soll. Da Birinipant nicht spezifische Teile des Virus angreift, dürfte es diesem schwer fallen, eine Resistenz zu entwickeln.

Die Forscher wolle auch untersuchen, ob die Methode auch für die Behandlung von anderen chronischen vitalen Infektionen wie etwa Herpes oder Dengue-Fieber genutzt werden kann.

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