Hightech-Drohne schützt Rehkitze vor dem Mähdrescher

Frisch geborene Rehkitze verbringen die ersten Wochen ihres Lebens oft in hohem Gras. Dort sind sie vor ihren natürlichen Feinden bestens geschützt und sind durch die Färbung ihres Fells kaum zu erkennen. Genau dieses Schutzverhalten wird heutzutage aber auch zum Problem. Denn für die Fahrer von Mähdreschern sind die Jungtiere oft ebenfalls nicht zu sehen. Die Tiere werden dann getötet oder verstümmelt. Dies ist nicht nur traurig, sondern sorgt auch für die Verbreitung von Krankheitserregern. Ein ehrenamtlicher Verein in der Schweiz betreibt daher Drohnen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sind. Mit Hilfe der Bilder können die Tiere dann vor dem Mähdrescher gerettet werden.

By Frank Liebig (Archiv Tierarzt i. R. Frank Liebig, Röbel/Müritz) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Die Arbeit beginnt bereits am frühen Morgen

Entwickelt wurde die Drohne dabei von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zug. Die Bilder der Wärmebildkamera werden live auf einen am Boden befindlichen Bildschirm übertragen. Tiere sind dort als helle Punkte zu erkennen und lassen sich so lokalisieren. Geflogen werden die Drohnen von ehrenamtlichen Helfern des Vereins Rehkitzrettung Zug. Diese nehmen dafür einige Strapazen in Kauf. Denn Felder werden oftmals schon am frühen Morgen gemäht. Die Drohnenpiloten müssen also ebenfalls extrem früh aufstehen. Dafür können sie den Erfolg ihrer Arbeit direkt sehen, wenn sie junge Rehkitze ausfindig machen und ihnen so das Leben retten.

Neue Software macht die Drohne effizienter

Eine neue Software soll die Arbeit der Helfer dabei zukünftig erleichtern. Bauern können dann online die Daten ihres Felds eingeben und das Programm berechnet die effizienteste Flugroute. Die ehrenamtlichen Drohnenpiloten müssen die entsprechende Datei dann nur noch auf das Fluggerät übersenden und sparen so erheblich an Zeit ein. Die Entwicklung der entsprechenden Software soll dabei per Crowdfunding auf der Plattform „I care for you“ erfolgen. Die Auswertung der Bilder und die Rettung der jungen Tiere müssen allerdings auch zukünftig die ehrenamtlichen Helfer übernehmen.

Via: Blick am Abend