Die Tatsache, dass selbstfahrende Autos bereits in diversen Pilotprojekten auf den Straßen unterwegs sind, gibt einen Ausblich in die Zukunft der Autoindustrie. Der ein oder andere Fahrer dürfte diesen Entwicklungen aber skeptisch gegenüberstehen. Nissan will einen Kompromiss zwischen der Bedienung des Fahrzeuges durch einen Menschen sowie durch eine KI finden. Zu diesem Zweck entwickelt der Autohersteller ein Hirn-zu-Fahrzeug-Interface (Brain-to-Vehicle, kurz: B2V), das die Reaktionszeiten des Fahrers mittels künstlicher Intelligenz verbessern soll.


System sagt Aktionen des Fahrers voraus

Das System, dessen Entwicklung vor einigen Tagen bekannt gegeben wurde, soll mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz Aktionen des Fahrers vorhersagen. So soll die KI beispielsweise vorher erkennen, wie weit der Fahrer das Lenkrad in eine gewisse Richtung drehen oder ob er bremsen oder beschleunigen will. Bei dieser Vorhersage wird ein Elektroenzephalogramm (EEG) des Gehirns des Fahrers interpretiert. Das semi-autonome System wird die Aktionen des Fahrers dann mit einem Vorsprung von 0,2 bis 0,5 Sekunden beginnen. Nissan hat das System auf den Namen „Nissan Intelligent Mobility“ getauft. Es soll auch einen komplett autonomen Modus geben, indem die KI den Gemütszustand des Fahrers erkennt und die Fahrweise entsprechend anpasst.


„When most people think about autonomous driving, they have a very impersonal vision of the future, where humans relinquish control to the machines. Yet B2V technology does the opposite, by using signals from their own brain to make the drive even more exciting and enjoyable. Through Nissan Intelligent Mobility, we are moving people to a better world by delivering more autonomy, more electrification and more connectivity“, so Daniele Schillaci von Nissan in einem Statement.

Wie sicher sind Gehirn-zu-Maschine-Interfaces?

Nissan möchte eine erste Version des Systems bereits auf der Consumer Electronics Show 2018 nächste Woche in Las Vegas präsentieren. Dabei sollen auch mehr Details über die Technologie bekannt gegeben werden. Bisher ist nämlich komplett unklar, wie genau das System funktionieren soll. Laut dem Blog The Verge gibt es Neurologen, die entsprechenden Technologien äußerst skeptisch gegenüberstehen. Nach Angaben von Nissan wird es noch 5 bis 10 Jahre dauern, bevor die Technologie wirklich in vollem Umfang zum Einsatz kommen kann.

Die Idee von Gehirn-zu-Maschine-Interfaces ist nicht neu und wird bereits in verschiedenen Ansätzen verfolgt. Eine der umfassendsten Ideen kommt wohl von Teslas CEO Elon Musk. Wie sicher solche Interfaces sind, ist jedoch noch nicht geklärt. Speziell beim Thema Autofahren wäre allerdings extrem verlässliche und genaue Interfaces gefragt. Es scheint auch fraglich, ob solche Technologien gegenüber komplett autonomen Systemen vorzugswürdig sind. Nissans Präsentation auf der CES wird hoffentlich ein bisschen Licht ins Dunkle bringen.

via The Verge

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