Durchbrüche in der Krebstherapie werden regelmäßig versprochen und stellen sich im Nachhinein nicht selten als falsche Hoffnung heraus. Aber die Hoffnung, die Wissenschaftler momentan in eine Reihe Studien bezüglich einer neuen Therapieform haben, könnte sich als begründet herausstellen.


Krebs

Hoffnung im Kampf gegen Krebs?

Eine Gruppe Wissenschaftler berichtete von “herausragendem” Erfolg mit einer neuen Form von Immuntherapie, bei der Zellen des Patienten regelrecht in Tumor-Killer verwandelt werden. Eine Studie bei Patienten, bei denen eine Chemotherapie versagte, zeigte eine beeindruckende Remissionsrate von 94 Prozent. Ein wissenschaftliches Paper über die Ergebnisse befindet sich derzeit im Review-Prozess.


Die Therapie konzentriert sich auf T-Zellen, eine Komponente des menschlichen Immunsystems. Diese Zellen suchen im Körper nach Bedrohungen wie etwa Krebszellen und zerstören diese. Allerdings geht ihre Aktivität mit vielen chronischen Krankheiten zurück. So sind sie bei vielen Tumorformen nicht in der Lage, gegen diese anzugehen.

Die Forscher nutzten Fortschritte in der Genforschung, um die T-Zellen so zu modifizieren, dass sie sich auf die Zellen bestimmter Krebsarten spezialisierten und exklusiv gegen diese vorgehen. Das Team des Stanley Riddell of the Fred Hutchinson Cancer Research Center modifizierte die Zellen so, dass sie einen Rezeptor für ein Molekül namens CD19 entwickelten, der sich auf B-Zellen genannten weißen Blutzellen befindet. So können die T-Zellen gegen verschiedene Formen der Leukämie und von Lymphen vorgehen.

Vielversprechende Ergebnisse mit schweren Nebenwirkungen

Nachdem die T-Zellen eines Patienten entfernt werden, werden diese mit dem synthetischen Rezeptor ausgestattet. Nach zwei Wochen sind die Zellen soweit, wieder in den Blutkreislauf des Patienten eingebracht zu werden. Die von den Wissenschaftlern genutzten Zellen haben besondere regenerative Eigenschaften, sodass sie besonders effektiv gegen die Krebszellen vorgehen können. Außerdem stattet die Therapie das Immunsystem mit einem “Gedächtnis” bezüglich der Kranken Zellen aus, das zum Einsatz kommt, falls der Krebs zurückkehren sollte.

Die Studien, die die Therapie erforschten, waren bisher eher klein. Dennoch sind die Ergebnisse vielversprechend und dürften bald zu größeren Studien führen mit dem Ziel, die Therapie für die Klinik vorzubereiten. Die Studien beschäftigen sich bisher fast ausschließlich mit Patienten, bei denen herkömmliche Therapien bereits versagt haben und zeigen dort erstaunliche Ergebnisse.

Allerdings zeigen viele der behandelten Patienten schwere Nebenwirkungen, darunter neurologische Symptome und extrem niedriger Blutdruck. Diese Nebenwirkungen zu verringern muss ebenfalls das Ziel von künftiger Forschung werden. Außerdem sind Langzeitstudien erforderlich, um zu untersuchen, ob der Krebs auch dauerhaft unterdrückt wird. Des Weiteren ist die Therapie spezialisiert, es muss also auch untersucht werden, ob sie auch für andere Krebsarten verwendbar ist.

via The Guardian

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