Wir alle kennen das Problem. Man befindet sich gerade in einer hitzigen WhatsApp-Konversation und ist aber eigentlich auf dem Weg in die Stadt oder zu Freunden. Da fällt es schwer das Smartphone in der Tasche zu behalten und sich vollends auf das Laufen und die Straße beziehungsweise den Bürgersteig zu konzentrieren. Gedanken schießen durch den Kopf und die müssen manchmal direkt raus, bevor diese nicht mehr passen oder gar wieder verschwinden. Der gesenkte Blick auf das Smartphone-Display, könnte während des Laufens für allerdings für Unachtsamkeit sorgen. Die holländische Kleinstadt Bodegraven hat sich dafür nun ein praktisches Konzept einfallen lassen. Bodenampeln sollen in Zukunft für mehr Sicherheit sorgen und den Bedürfnissen von Hardcore-Smartphone-Nutzern gerecht werden. Die neuen Fußgänger-Ampeln für Smartphone-Nutzer sind bereits in Betrieb genommen. Auch Düsseldorf sollte eine Bodenampel bekommen. Diese wurde allerdings bisher abgelehnt.


Bodenampeln sollen für mehr Sicherheit für Smartphone-Nutzer sorgen (Bild: HIG Traffic Systems)

Bodenampeln für Smartphone-Zombies

Im Kern bestehen die von dem Unternehmen HIG Traffic Systems entwickelten Bodenampeln aus einem LED-Leuchtband, welches mit den normalen Fußgängerampeln gekoppelt ist und im Asphalt eingelassen wurde. +Lichtlijn nennt sich das Konzept, das mit „Lichtlinie“ übersetzt werden kann. In der Nacht wirkt das Ganze auch ein wenig wie ein auf den Boden gefallenes Laserschwert. Die Technologie findet allerdings auch ihre Kritiker. Diese mutmaßen, dass man mit den LED-Linien unsicheres Verhalten nur noch verstärken würde.


Die neuen Bodenampeln für Smartphone-Nutzer im Video


Der Verkehrsingenieur und Projektleiter der Gemeinde Bodegraven, Dolf Roodenburg, sah dennoch dringenden Handlungsbedarf. Die im Boden eingelassenen Lichtleisten seien wichtig, um Fußgängern mehr Sicherheit beim Passieren von stark befahrenen Straßen zu gewährleisten. Einer jüngsten Studie zufolge soll einer von fünf Fahrradunfällen bei 12-18 Jährigen auf die Nutzung von Smartphones zurückzuführen sein.

Tödliche Unfälle weil Bahnen überhört wurden

Auch in Deutschland gab es bereits tödliche Unfälle aufgrund von Unachtsamkeit, herbeigeführt durch die Nutzung des Smartphones im öffentlichen Verkehrsraum. Neben dem gesenkten Blick, schränken auch Kopfhörer -samt Musik- die Wahrnehmung des Umfeldes stark ein. In Düsseldorf wurde Anfang Januar eine 22 Jährige tödlich verletzt, als diese auf dem Weg zur Haltestelle einen Bahnsteig überquerte. Sie trug Kopfhörer und konnte somit die herannahende Straßenbahn auch nicht hören. Die Zahl der Schwerverletzten durch ähnliche Unfälle steigt jährlich.

Bodenampeln haben sich in Deutschland bisher nicht bewährt

In Frankfurt wurden ebenfalls schon 2010 Bodenampeln installiert. Die sogenannten „Bompeln“ sollen Fußgänger auch dann vor Bahnen warnen, wenn diese auf ihr Handy starren und/oder Musik hören. In Köln testete man ebenfalls schon derartige Konzepte. Allerdings kam es recht schnell wieder zur Einstellung, da kaum ein Mehrwert festgestellt werden konnte. Die Polizei in Düsseldorf lehnt die Bodenampeln ebenfalls ab. Durch die Technik soll ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt werden. So die Begründung der Polizei.

Bompeln in Köln im Video

Dennoch sollen Ampeln in den kommenden Jahren vom Design her überholt und verbessert werden. Dazu zählen größere Lichtanlagen und Lichtsignale, sowie modernere und nützlichere Designs. Die Bodenampeln in der holländischen Kleinstadt müssen sich nun bewähren.

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2 Kommentare

  1. Andreas

    21. Februar 2017 at 19:29

    Jedes Samrtphone kann vorwärtsbewegungen warnehmen. Also sollten die Hersteller in Pflicht genommen werden das beim gehen der Bildschirm unscharf wird. Schon ist das Problem der Phonezombies erledigt.
    Jeder muß stehenbleiben wenn er was schreiben will oder Surfen.
    Gibt sogar Leute die freihändig Fahrradfahren und aufs Handy starren.
    Da kann ich nur den Kopf schütteln, wie man so dumm sein kann.

  2. sfd

    27. Februar 2017 at 17:33

    Das ist mal sowas von überflüssig. So werden die Handysüchtigen ja noch mehr dazu ermutigt, nicht auf die Umgebung zu achten. Ich hätte stattdessen Störsender mit geringer Reichweite eingebaut.

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