Eine Studie der „University of Maryland“ kam vor einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass zwischen 2000 und 2011 in den Vereinigten Staaten rund 11.000 Menschen verletzt wurden, als sie über die Straße gingen und dabei ihr Handy nutzten. Bedenkt man die Tatsache, dass das erste iPhone erst im Jahr 2007 auf den Markt kam, dürfte sich die Problematik in den letzten Jahren zudem eher noch verstärkt haben. Honolulu, die Hauptstadt des US-Bundesstaat Hawaii, hat nun als erste größere US-Stadt Strafen für unaufmerksame Fußgänger beschlossen: Wer zukünftig über die Straße geht und dabei sein Smartphone betrachtet, dem droht eine Geldstrafe zwischen 15 und 99 Dollar. Wiederholungstäter sollen dabei stärker zur Kasse gebeten werden als Leute, die zum ersten mal erwischt wurden.


Schon das Telefonieren beim Laufen kann aus dem Gleichgewicht bringen (Foto: Joachim Kirchner/pixelio.de)
Fußgänger in Honolulu müssen ihre Smartphone-Nutzung zukünftig unter Umständen etwas einschränken. (Foto: Joachim Kirchner/pixelio.de)

Der Notruf kann auch weiterhin jederzeit gewählt werden

Bürgermeister Kirk Caldwell begründete diese Entscheidung, die am 25. Oktober in Kraft tritt, mit der Tatsache, dass in Honolulu überdurchschnittlich viele Fußgänger in Unfälle verwickelt werden. Konkrete Zahlen konnte er dazu allerdings zunächst nicht nennen. Neben Smartphones sind auch Tablets von der neuen Regelung betroffen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Anrufe bei den Notrufnummern sind auch weiterhin erlaubt. Wer also zu einer Unfallstelle läuft, kann währenddessen gefahrlos bereits den Rettungsdienst informieren. Die Überwachung der neuen Regelung obliegt der Polizei. Eine Geldstrafe droht also nur, wenn die Tat direkt von einem Polizisten beobachtet wird.

Die Problematik existiert in fast allen Städten und Gemeinden

Wie oft dann tatsächlich ein Bußgeld verhängt wird, bleibt abzuwarten. Gut möglich, dass die Polizisten es in der Regel bei einer Ermahnung belassen oder lieber andere Delikte verfolgen. Andere Städte und Kommunen dürften aber interessiert verfolgen, ob die neue Regelung in Honolulu tatsächlich zu einer Verhaltensänderung bei den Fußgängern führt. Denn die grundlegende Problematik der sogenannten Smartphone-Zombies existiert fast überall. Das „National Safety Council“ der Vereinigten Staaten hat die Smartphone-Nutzung von Fußgängern daher inzwischen sogar in die Liste der größten Risiken im Straßenverkehr aufgenommen. Wirksame Gegenmaßnahmen konnten bisher aber noch nicht gefunden werden.


Via: Engadget

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