Mittlerweile kann in Schweden in jedem noch so kleinen Laden mit Karte gezahlt werden. Bargeld wird in einigen Geschäften schon gar nicht mehr akzeptiert. Experten zufolge soll das Münz- und Scheingeld in acht bis neun Jahren sogar komplett verschwinden. Sogar die Verkäufer der Obdachlosenzeitungen in Schweden sind mit einem Kartenterminal ausgestattet und empfangen Spenden via Kreditkarte und Co.


Bargeld
Ökonom fordert Abschaffung von Bargeld Foto: Michael Kammler

Abschaffung von Bargeld wird von Verbrauchern begrüßt

Ob die Äpfel vom Wochenmarkt oder der Hot Dog vom Grillstand, in Schweden können auch Lebensmittel und Sachen geringen Wertes bequem bargeldlos bezahlt werden. Was hierzulande noch undenkbar scheint, ist in Schweden seit knapp zwei Jahren immer mehr im Kommen. In Dänemark soll ebenfalls das Bargeld bald abgeschafft werden. Auch hierzulande fordern Top-Ökonomen seit geraumer Zeit schon die Abschaffung von Münzen und Scheinen.

Die Banken und zuletzt auch die Verbraucher Schwedens nehmen die Abschaffung des Bargeldes sehr gut an. So soll dadurch durchaus auch die Gefahr von Raub und Diebstahl geschmälert werden. Die Suche nach Kleingeld an der Kasse hat ebenfalls ein Ende, was vor allem auch längere Wartezeiten erspart. Darüber hinaus könnte mit der Abschaffung von Bargeld auch der Drogen- und Schwarzmarkt ausgerottet werden. So werden die 500 Euro Scheine kaum für den Alltagseinkauf benötigt, vielmehr wickeln ominäse Gestalten mit den Scheinen ihre zwiespältigen Geschäfte ab, mahnen die Befürworter des Giralgeldes.


Problematisch ist die Umstellung von Barzahlung auf Kartenzahlung vorwiegend für ältere Menschen. So horten viele Schweden über 70 ihr Bargeld innerhalb der heimischen vier Wände und wissen damit vermehrt nichts mehr anzufangen. Die Umstellung auf die Kartenzahlung überfordert viele Ältere. Hier ist Unterstützung nötig. Alles in allem wagt Schweden jedoch einen großen Schritt in die richtige Richtung, der durchaus erfolgversprechend ist.

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3 Kommentare

  1. Bernd Brot

    11. November 2015 at 13:43

    Leider nur sehr einseitig beleuchtet.

    Einerseits gibt man hier die Kontrolle über sein Vermögen zu 100% an die Banken ab,
    was aus unserern jüngsten Erfahrungen vieleicht nicht die beste Idee ist.

    Zweitens gibt man sich hiermit komplett staatlicher Überwachung hin, da jeder noch so kleine Zahlungsverkehr mit Leichtigkeit auszulesen ist. Mit allem was dazu gehört: Ort, Uhrzeit, Summe.
    Also auch eine Art Motion- Tracking- System für die totale Überwachung.

    Weiterhin, neben solchen Pseudo- Argumenten wie „die Suche nach Kleingeld an den Kassen“, wird sich der Schwarz- und Drogenmarkt schnell auf Alternativwährungen umstellen. Also nichts mit „ausgerottet“.

    Nur weil die Leute im Norden alle Hurra schreien, ist das ganze lange nichts Gutes.

    Gerade bei Umstellungen, die unser aller Vermögen angehen, sollte man sehr, seeehr vorsichtig sein.
    Vor allem wenn die Forderungen in diese Richtung von unsereren „Top- Ökonomen“ kommen.

  2. Someone

    11. November 2015 at 14:16

    Schön, dass der Verbraucher seine Privatssphäre und Freiheit selber abschafft, denn in Zukunft wird jeder Einkauf mitprotokolliert und man gibt freiwillig sein Einkaufsverhalten preis. Man kann auch nicht selbst bestimmen was mit den Daten gemacht wird. Top!

  3. Das.Krause

    3. Mai 2017 at 17:51

    Grundsätzlich ok….Nur sind in Deutschland die Gebühren bei Kreditkartenzahlungen für Unternehmen echt unverschämt.

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