Hundenase aus dem 3D-Drucker verbessert die Treffsicherheit von Sprengstoff-Detektoren

Der Einsatz von Hunden ist noch immer die mit Abstand effektivste Methode, um verdeckten Sprengstoff aufzuspüren. Allerdings ist die Fähigkeit den Tieren keineswegs angeboren, sondern muss erst aufwendig erlernt werden. Forscher arbeiten daher bereits seit Jahren daran, elektronische Geruchssensoren zu entwickeln, die Sprengstoff mit einer ebenso hohen Trefferquote aufspüren können. Bisher mit mäßigem Erfolg. So gab das US-Verteidigungsministerium insgesamt rund neunzehn Milliarden Dollar aus, um bessere Sprengstoff-Detektoren zu entwickeln – und musste am Ende doch zugeben, dass keines der neuen Geräte an die Leistung einer Hundenase heranreicht. Nun haben Forscher des „National Institute of Standards and Technology“ sich die Hundenase und deren Arbeitsweise einmal genauer angeschaut und sind dabei auf interessante Aspekte gestoßen.

Das typische Schnüffeln ist das Erfolgsgeheimnis der Hunde

Denn offensichtlich hat die Hundenase nicht nur ein besonders feines Gespür für Gerüche, sondern die Tiere haben auch eine spezielle Atemtechnik entwickelt, um möglichst viele Geruchsstoffe aufnehmen zu können. Dies kann durchaus auch beobachtet werden. Denn während Menschen tief einatmen, wenn sie einen Geruch genauer wahrnehmen wollen, fangen Hunde stattdessen mit dem markanten Schnüffeln an. Bis zu fünfmal pro Sekunde atmen die Tiere dabei blitzschnell ein und aus. Wie die Forscher mit Hilfe von speziellen Kameras, die Luftströme abbilden können, nun sahen, entsteht durch das schnelle ausatmen in Richtung Bauch des Tieres ein Unterdruck rund um die Nase. Dieser Effekt sorgt dann dafür, dass besonders viele Geruchsstoffe angelockt werden.

Die echte Hundenase bleibt auch weiterhin unerreicht

Diese Erkenntnisse haben die Forscher dann auch gleich in der Praxis getestet. Mithilfe eines 3D-Druckers bauten sie eine anatomisch korrekte Hundenase nach und installierten dort auch dieselben Luftströmungen wie beim Original. Diese Konstruktion wurde dann vor einen elektronischen Geruchssensor geschaltet. Das Ergebnis: Die Treffsicherheit des Sensors stieg um den Faktor 16. Die Forscher betonen aber, dass auch damit die elektronische Variante noch nicht an die Leistungen der realen Hundeschauze heranreicht. Sie wollen daher das Thema noch weiter verfolgen und weitere Geheimnisse der tierischen Schnüffler entdecken.

Via: Newatlas