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Hybridschiff setzt auf Antrieb durch die Kraft des Windes

Große Containerschiffe bilden das Rückgrat der globalisierten Weltwirtschaft. Sie stellen allerdings, durch den enormen Verbrauch an Kraftstoffen, auch eine enorme Belastung für die Umwelt dar. Bisher allerdings waren die Ozeanriesen weitgehend ausgenommen von den internationalen Bemühungen zur Verringerung von Schadstoffemissionen. Diese Zeiten sind nun allerdings vorbei. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation möchte die Umweltbelastungen der Seeschifffahrt drastisch reduzieren. Neben dem Einsatz von hochwertigerem, aber auch teuren, Öl, könnten dabei auch technische Innovationen helfen.

Windschiff

Der Rumpf des VindskipTM Cargo Shiffs fungiert als langer Windflügel via LADE AS

Schiffshülle dient als Segel

So hat der Norweger Terje Lade ein Schiff entwickelt, dass die Kraft des Windes nutzt und daher weniger Treibstoff benötigt. Zyniker mögen nun anmerken, dass die Idee, den Wind zu nutzen, um Schiffe zu bewegen, nicht wirklich neu ist. Das ist natürlich richtig. Aber die Entwicklung des Norwegers unterscheidet sich in dreifacher Hinsicht von klassischen Segelbooten. Der erste Unterschied ist dabei offensichtlich: Das VindskipTM genannte Schiffsmodell verfügt über keine Segel. Vielmehr ist die Hülle des Frachters so designt, dass sie eine ähnliche Wirkung wie ein riesiges Segel besitzt. Außerdem verfügt das Containerschiff zusätzlich über einen Gasantrieb. Dieser kann in windstillen Arealen und zur schnellen Richtungsänderung genutzt werden.

Fahrtstrecke wird je nach Windunterstützung berechnet.

Die dritte Innovation besteht in einem Navigationsgerät, das die optimale Route berechnet. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt und sorgt dafür, dass das Schiff stets die energieeffizienteste Route nimmt. Was recht simpel klingt, ist in Wirklichkeit eine komplizierte mathematische Operation. Denn einerseits soll die Route die Windenergie möglichst optimal nutzen, andererseits aber auch keine unnötigen Umwege fahren. Um dies zu erreichen sammelt das Navigationsgerät eine Vielzahl an Daten – von der Wettervorhersage bis hin zu Meeresströmungen – und berechnet dann mit einem komplizierten Algorithmus die ideale Fahrstrecke. Schiffsentwickler Terje Lade geht davon aus, dass ab 2019 die ersten Modelle seines Schiffs zum Einsatz kommen werden.

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