Gleich mehrere Unternehmen kämpfen darum, als erstes einen funktionalen Hyperloop auf die Strecke zu bringen. Dabei handelt es sich um Elon Musks Vision einer Art magnetischen Zuges, der mit hohen Geschwindigkeiten durch ein Röhrensystem schießt. Schenkt man den beteiligten Unternehmen Glauben, werden wir innerhalb eines Jahres erste Teststrecken und Prototypen sehen. Die ersten echten Hyperloop-Strecken sollen innerhalb der nächsten 10 Jahre eröffnet werden. Nicht jedes Unternehmen hat jedoch einen derart straffen Zeitplan. Das kanadische Unternehmen Transpod mit seinem CEO Sebastien Gendron sieht in Hyperloop eine Evolution von Hochgeschwindigkeitszügen, die aber noch Jahre vor der Fertigstellung ist.


Bild: Transpod
Bild: Transpod

Transpod entwirft den Zug der Zukunft

Gendron ist ein Veteran der Luftfahrt- und Schienenindustrie und weiß, dass alles, was die Implementierung neuer Technologien und Infrastrukturen zum Transport menschlicher Passagiere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in der Entwicklung benötigt. Während Konkurrenzunternehmen wie Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies planen, das komplette System zu entwickeln, konzentriert Transpod sich mit seinen 30 Mitarbeitern darauf, die Pods zu entwickeln, die mit bis zu 1000 km/h durch die Röhren schießen sollen.

Letzten Monat präsentierte Gendron auf der InnoTrans-Messe in Berlin das Konzept des Transpods. Dabei handelt es sich um ein 10-Tonnen-Gebilde, das etwa 25 Meter lang ist und bis zu 10 Tonnen Nutzlast tragen kann. Gendron geht davon aus, dass Hyperloop Fracht transportieren wird, lange bevor das System von menschlichen Passagieren genutzt wird. Dennoch macht sich sein Team bereits Gedanken darum, wie er die Idee von Hyperloop-Reisen an potentielle Passagiere verkaufen kann. Das Ergebnis ist ein Konzept, das einen futuristischen Innenraum zeigt. Man kann diesbezüglich wahrlich von einem Transportsystem der Zukunft sprechen.


Luxuriöser Innenraum sorgt für ein angenehmes Reiseerlebnis

Die Economy Class in den Renderings erinnert vom Design her noch stark an einen herkömmlichen Zug. Sitzreihen von jeweils zwei Sitzen auf jeder Seite bieten Platz für die Passagiere, die auf ein Entertainment-System zurückgreifen können, das von der Deutschen Bahn bereits seit Jahren versprochen wird und in Flugzeugen schon lange Standard ist.

Beeindruckender sind da die Renderings der Business Class. Die Bestuhlung bietet viel Platz und kann in jede Richtung gedreht werden und bietet großzügigen Raum zum Arbeiten. Außerdem sind auf den Renderings Gemeinschaftsareale und eine Restaurantabteilung zu sehen, natürlich alles mit modernster Technik ausgerüstet. Ein Sonnendach und künstliche Skylights sorgen für natürliche Beleuchtung. „It’s gonna be a nice ride, a nice customer experience“, so Gendron über seine Transpods.

Transpod sucht noch nach der richtigen Technologie

Gendron stellt sich vor, dass eine erste Hyperloop-Linie Toronto und Montreal verbinden wird, eine Route, auf der jährlich 10.000 Lastwagen unterwegs sind. Die erste Generation des Hyperloops wäre sicher nicht geeignet, den Warenverkehr zu ersetzen, aber langfristig ist das das Ziel, neben dem Transport von menschlichen Passagieren.

Transpod möchte Linearmotoren einsetzen, ähnlich wie sie auch bereits bei Maglev-Zügen zum Einsatz kommen. Der schwierige Teil ist, die Pods in den Röhren zum Schweben zu bringen, was elementar wichtig ist, um den Reibungswiderstand zu minimieren. Magnetische Levitation wäre geeignet, um dieses Ziel zu erreichen, ist aber teuer und energiehungrig, was einer der Hauptgründe dafür ist, dass Maglev-Züge sich bisher nicht durchsetzen konnten. Gendrons Ziel ist es, ein anderes System zu finden.

Aktuell sucht Transpod aber nach Investoren und Partnern, um die Renderings vom Bildschirm in die Wirklichkeit zu übertragen. Und zwar bis zur nächsten InnoTrans-Messe 2018.

via Wired.com

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