Der Hyperloop beflügelt weltweit die Phantasien von Regierungen, Unternehmen und Reisenden. Als größter Förderer der Technologie wird oftmals Elon Musk wahrgenommen. Dieser kündigte zuletzt auch tatsächlich an, nun doch selbst einen Hyperloop bauen zu wollen – sorgte mit weiteren Details aber eher für Verwirrung. Die Firma „Hyperloop Transportation Technologies (HTT)“ hingegen hat die Idee aufgenommen und arbeitet nun unabhängig von Musk an der Realisierung. Auf dem von Audi ausgerichteten Innovationskongress „MQ! The Mobility Quotient“ präsentierte Unternehmenschef Dirk Ahlborn die Vision seiner Firma. Besonders interessant dabei: HTT setzt auf ein weltweites Netzwerk an freiwillig mitarbeitenden Firmen. Diese schreiben für ihre erbrachten Leistungen keine klassischen Rechnungen, sondern werden mit Unternehmensanteilen entlohnt. Gemeinsam soll so die Vision des Hyperloops zur Realität werden.


Noch nur eine Vision, aber schon bald Realität? Bild: HTT / JumpStartFund

Das Startup kann direkt auf bereits vorhandene Expertise zugreifen

Wie dies funktioniert zeigt das Beispiel der Kölner Firma Oerlikon Leybold. Diese produziert unter anderem Vakuumpumpen und andere Vakuumlösungen. Die dadurch vorhandene Kompetenz nutzt die Firma auch immer wieder um in Sachen Hyperloop weiter zu helfen. So haben die Kölner Experten ein Papier ausformuliert, indem die notwendigen theoretischen Grundlagen beschrieben sind. Darauf aufbauend führen sie zudem immer wieder Simulationen durch, bei denen beispielsweise der konkrete Energiebedarf ermittelt werden soll. Für HTT bringt diese Kooperation einen großen Vorteile mit sich: Das Startup kann direkt auf die vorhandene Kompetenz zurückgreifen und muss nicht erst zeit- und kostenintensiv eigene Expertise aufbauen. Wie viele Anteile das Kölner Unternehmen im Gegenzug erhält, ist nicht bekannt. Das Engagement wäre aber nicht denkbar, wenn die verantwortlichen Personen nicht an den Erfolg des Hyperloop glauben würden.


Die Intelligenz der Masse soll zu neuen Lösungen führen

Ganz ähnlich lief die Zusammenarbeit auch beim Bau der ersten Transportkapsel. Diese Aufgabe wurde vom spanischen Luft- und Raumfahrt-Zulieferer Carbures übernommen. Auch hier erfolgt die Entlohnung über Anteile an dem federführenden Startup. Die erste Teststrecke in Toulouse wiederum konnte vor allem deshalb gebaut werden, weil die französischen Behörden massive Subventionen gewährten. Neben den fest angestellten Mitarbeitern setzt das Startup zudem auf die Intelligenz der Masse. So gibt es zahlreiche Freiwillige, die sich für das Projekt engagieren – und dafür ebenfalls zu Anteilseignern gemacht werden. Dabei geht es nicht nur um rein technische Fragen, sondern etwa auch um das zukünftige Geschäftsmodell. So wird darüber diskutiert, ob für die Hyperloop-Züge später eine Fahrkarte gebucht werden muss – oder ob andere Formen der Monetarisierung möglich sind.

Das Ziel ist eine weltweite Bewegung

Das Ziel von Dirk Ahlborn und seinen Mitstreitern war nie ein klassisches Startup zu gründen und dann Risikokapital einzusammeln. Vielmehr soll eine weltweite Bewegung aufgebaut werden, die sich für die Vision des Hyperloop engagiert – und im Erfolgsfall dann auch entsprechend entlohnt wird. Bleibt die Frage zu klären, wann denn nun endlich der erste Hyperloop fährt? In Ingolstadt zeigte sich Ahlborn bei diesem Thema durchaus optimistisch: Die Technik stehe bereit, nun müsse mit den Regierungen verhandelt werden. Ein Zeitfenster von wenigen Jahren sei aber realistisch. Als Standort böten sich die Vereinigten Arabischen Emirate an – immerhin ist auch der Bruder des Emirs an HTT beteiligt und damit Teil der Bewegung.

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    17. September 2017 at 22:53

    Eine umfassende Chronologie, die auch regelmäßig aktualisiert wird (u.a. mittels Meldungen dieses Blogs …Dankeschön!) ist hier zu finden: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_12_neu_mobile_prt_15a_hyperloop.htm

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