Für den Waffenfreund Kirk Kjellberg war es ein Moment, der ihm die Augen öffnete Auf dem Weg von seinem Tisch in einem Restaurant zur Toilette zeigte ein Junge mit dem Finger auf ihn und rief “Der Mann hat eine Waffe!” Dies entsprach der Wahrheit, Kjellberg trug eine Pistole in einem Halfter unter seinem Jacket. Im US-amerikanischen Bundesstaat ist dies erlaubt, solange der Träger eine entsprechende Erlaubnis hat. Der 53-jährige Kjellberg nahm dies zum Anlass, “Ideal Conceal” zu entwickeln, eine Handfeuerwaffe, die wie ein gängiges Smartphone aussieht. Seine Erfindung wird unter Waffenfreunden und -gegnern heftig diskutiert.


Foto: Ideal Conceal
Foto: Ideal Conceal

Früher wäre das keine große Sache gewesen”, so Kjellberg zu dem Vorfall in dem Restaurant. “Aber bei den Nachrichten heute sind die Menschen etwas ängstlicher.” Ideal Conceal soll solche Situationen vermeiden helfen. Optisch sieht die Waffe aus wie ein ganz gewöhnliches Smartphone. Erst nach dem Ausklappen des Griffs wird der wahre Zweck der Waffe deutlich. Bisher existiert von der Pistole nur das Design, im Juni soll der erste Prototyp fertiggestellt werden, der Verkaufsstart ist für den Herbst geplant. Ideal Conceal soll mit 395 US-Dollar zu Buche schlagen. Angeblich gibt es bereits 4000 Interessenten.

Kritik von Waffengegnern

Die auch in einem “waffenfreundlichen” Land wie den USA deutlich vertretene Anti-Waffen-Lobby zeigt sich besorgt. Sie sehen in der Waffe einen weiteren Beweis dafür, dass die USA kontinuierlich daran arbeiten, ihren Bürgern das Töten von Menschen zu erleichtern. Eine Waffe in Form einer Smartphone-Attrappe in ein Sportereignis oder Konzert zu schmuggeln, sei deutlich einfacher als mit einer normalen Waffe, so einer der Kritikpunkte. Auch Polizisten zeigten sich besorgt, weil es so noch schwieriger sei, bei Kontrollen eine Waffe zu erkennen, was den Eigenschutz deutlich erschwere. Es drohe die Gefahr, dass das Smartphone in der Hand nun als potentielle Bedrohung gesehen werde. Da in den USA in letzter Zeit häufiger über die Berechtigung tödlicher Schüsse von Polizisten auf Bürger diskutiert wurde, ist das ein durchaus wichtiger Kritikpunkt.


Foto: Ideal Conceal
Foto: Ideal Conceal

Es ist wenig überraschend, dass Kjellberg diese Reaktionen für übertrieben hält. Seine Waffe enthalte genug Metall, um auch von einem Metalldetektor erkannt zu werden. Auf die Reaktionen aus Polizeikreisen antwortete er ganz im Stile eines Waffen-Lobbyisten: “Wenn ein Polizist meine Hände in der Luft sehen will, dann hebe ich sie. Das Problem liegt doch darin, wie die jüngere Generation sich gegenüber Polizisten verhält.” Die Verlagerung des Problems von den Schusswaffen auf die Bevölkerung ist ein klassisches Argument von Waffen-Befürwortern in den USA, das leider immer noch Erfolg hat.

Problemlose Zulassung

Aber auch bei Waffenfreunden stößt Ideal Conceal nicht nur auf Gegenliebe. Nach nur zwei Schüssen muss die Waffe nachgeladen werden, was sie in einem echten Feuergefecht nicht wirklich nützlich macht. Dass mit einem “echten Feuergefecht” argumentiert wird ist auch ein Ausfluss der hohen Stellung von Waffen und dem Recht auf Bewaffnung in den USA.

Schwierigkeiten bei der Zulassung von Ideal Conceal wird Kjellberg wahrscheinlich nicht haben. Die Waffenzulassung in den USA ist Sache der Bundesstaaten, die so gut wie keine Vorschriften machen, was das Design betrifft. Es genügt, dass die Waffe im eingeklappten Zustand nicht ausgelöst werden kann und ausgeklappt durch den Griff wie eine Pistole aussieht.

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