Im Feinstaubvergleich: So viel Straßenverkehr wiegt ein Silvesterfeuerwerk auf

Wieder einmal steht ein neues Jahr vor der Tür – und die meisten Deutschen freuen sich jetzt schon darauf, um Mitternacht ihr privates Feuerwerk zu starten. Das gehört für viele Menschen einfach mit dazu, und macht vor allem auch den Kindern Spaß. Dass der dabei entstehende Lärm Millionen von Tieren erschreckt und ganz viel unnötiger Müll entsteht, scheint oftmals Nebensache. Doch im Hintergrund lauert ein weiteres ernstzunehmendes Problem: der Feinstaub.

Feuerwerk-Sensation mit Feinstaubeffekt

Beim Silvesterfeuerwerk entstehen 4000 Tonnen Feinstaub

Das Umweltbundesamt schlägt Alarm: Etwa 4000 Tonnen Feinstaub sollen zu jedem Jahreswechsel allein durch die unzählbar vielen Silvesterfeuerwerke in die Luft gelangen. Das sind etwa 15 % der Menge, die alle Autos und Lastwagen gemeinsam in ganz Deutschland binnen eines Jahres erzeugen. Oder noch bildhafter ausgedrückt: Das, was der Straßenverkehr vom 1. Januar bis ca. Ende Februar an Feinstaub in die Luft bläst, entspricht derselben Menge, die Böller- und Feuerwerksfreunde innerhalb weniger Stunden freisetzen. Die Feuerwerksbranche verdient sich daran eine goldene Nase, ihr Silvesterumsatz liegt in Deutschland bei ungefähr 140 Millionen Euro.

Extreme Rekordwerte zu Neujahr 2016 in München

Die Webseite des Umweltbundesamtes zeigt täglich aktuelle Luftdaten an, an Neujahr ergeben sich regelmäßig extrem bedenklich Werte. Der normale Durchschnittswert liegt in Städten bei etwa 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, am 1. Januar sind es zumeist doppelt so viel. In München ergab sich zu Neujahr 2016 sogar die gigantische Belastung von 500 Mikrogramm je Kubikmeter! An windigen Tagen verzieht sich der Staub schneller wieder als bei Windstille.

Feuerwerk verboten! Hier feiert ihr in Deutschland böllerfrei

Die feinsten Schmutzp0artikel dringen bis in das Lungengewebe vor und gelangen vor dort in den menschlichen – oder tierischen – Blutkreislauf. Als Resultat können sich Herz-Kreislauf- und Atemwegsprobleme ergeben, aber auch Schleimhautreizungen und Entzündungsherde im Atemsystem sind keine seltenen Symptome. Immer mehr deutsche Städte erlassen punktuelle Böllerverbote, was aber eher auf den allzu fahrlässigen Umgang mit den explosiven Gefahrenstoffen zurückzuführen ist. So bleibt es in Bielefeld rund um die Sparrenburg dieses Jahr still, ebenso wie in der Düsseldorfer Altstadt, in einigen Dortmunder Stadtteilen und im historischen Kern von Tübingen. Auch viele niedersächsische Städte wie Hildesheim, Celle, Wolfenbüttel und Bad Gandersheim haben Verbotszonen eingerichtet. Wer komplett böller- und feuerwerksfrei feiern möchte, begibt sich also dorthin – oder ganz fernab in die freie Natur.

Quelle: deutschlandfunknova.de