Gerade bei größeren Open-Air-Veranstaltungen ohne feste Zugangskontrolle fällt es oftmals schwer, halbwegs akkurat zu schätzen, wie viele Menschen vor Ort sind. Dies zeigt sich nicht zuletzt bei einem Blick in die Zeitungen am nächsten Tag. Dort werden oftmals verschiedene Quellen mit stark voneinander abweichenden Zahlen zitiert. Im Katastrophenfall sind die Einsatzkräfte aber auf solche Schätzungen angewiesen. Und dabei gilt: Je genauer die Zahlen sind, desto effizienter kann der Einsatz der Retter ablaufen. Britische Wissenschaftler haben daher nun ein Modell entwickelt, dass die Teilnehmerzahlen bei Großveranstaltungen vergleichsweise exakt ermitteln können soll.


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Funkmasten geben Auskunft über Smartphone-Nutzung

Dabei setzen die Forscher darauf, dass die Teilnehmer von Großveranstaltungen immer auch ein gewisses Kommunikations- und Mitteilungsbedürfnis haben. Deswegen werden Smartphones genutzt, um SMS zu versenden, Tweets zu verbreiten oder Anrufe zu tätigen. Diese verbinden sich dabei mit einem in der Nähe befindlichen Funkmast. Dort greifen die Wissenschaftler der „University of Warwick“ die entsprechenden Daten ab und füttern damit ein Computermodell. Im Idealfall erhalten sie dann Zahlen, die deutlich akkurater sind, als bloße Schätzungen, die oftmals auf Luftaufnahmen beruhen.


Tests im Mailänder San Siro waren erfolgreich

Für den ersten großen Test arbeiteten die Wissenschaftler dann mit den Behörden der italienischen Stadt Mailand zusammen. Dort bekamen sie Zugriff auf die Daten eines Funkmasts und berechneten so die Zuschauerzahlen bei den Fußballspielen im Mailänder San Siro Stadion. Dabei scheint sich das System als zuverlässig erwiesen zu haben, so dass die Komplexität der Aufgabe erhöht wurde. Die Forscher berechneten nun mehrmals täglich das Passagier- und Besucheraufkommen am Mailänder Airport. Auch hier gaben die errechneten Zahlen ein realistisches Bild ab.

Das Computermodell könnte letztlich nicht nur im Katastrophenfall helfen, sondern auch dem, immer wieder aufkommenden, Streit zwischen Polizei und Veranstaltern über die tatsächlichen Teilnehmerzahlen ein Ende bereiten.

Via: Treehugger

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