So viele Fortschritte im Bereich erneuerbare Energien in letzter Zeit auch gemacht wurden, bei den Diskussionen um Energieformen der Zukunft taucht auch immer noch Nuklearenergie auf – neben noch in weiter Zukunft liegenden Konzepten wie Fusionsenergie. Neben der Entsorgung der Abfallprodukte gibt es aber noch ein weiteres Problem mit Atomenergie: Die Vorräte an Uran auf diesem Planeten sind begrenzt und gehen zur Neige. Langsam zwar, aber sie gehen zur Neige. Wissenschaftler der Stanford University haben aber möglicherweise eine Lösung gefunden: Sie wollen die in niedrigen Konzentrationen im Meerwasser vorhandenen Uranvorräte nutzbar machen.


Bild: L.A. Cicero

Uran in den Ozeanen

Die Konzentrationen nuklear aktiven Materials im Meerwasser sind gering – vergleichbar etwa mit einem Salzkorn in einem Liter Wasser. Yi Cui, ein Materialwissenschaftler der Stanford University, geht davon aus, dass diese Mengen dennoch kosteneffizient extrahiert werden könnten.

Auch wenn erneuerbare Energien auf dem Vormarsch sind, gibt es Experten, die davon ausgehen, dass der Weg mittelfristig erst einmal nicht an Atomenergie vorbei führt. „We need nuclear power as a bridge toward a post-fossil-fuel future„, so etwa Steven Chu, ein Träger des Nobelpreises für Physik und ehemaliger Energieminister der US-Regierung.


Ein effizienter Weg, nukleares Material aus dem Meerwasser zu ziehen, könnte außerdem die Energieversorgung von Ländern gewährleisten, die in mittelfristiger Zukunft noch auf Atomenergie angewiesen sind, aber keine eigenen Uranvorkommen haben. „Seawater extraction gives countries that don’t have land-based uranium the security that comes from knowing they’ll have the raw material to meet their energy needs„, so Chu weiter.

Aus dem Wasser ins Kraftwerk

Es wurde in der Vergangenheit durchaus versucht, das Uran aus dem Meerwasser zu extrahieren, allerdings gelang dies nicht in ausreichenden Mengen zu einem akzeptablen Preis. Im Meerwasser ist Uran an Sauerstoff gebunden und formt positiv geladenen Ionen namens Uranyl. Das Team aus Stanford hat nun eine Methode perfektioniert, bei dem Plastikfäden mit einem Uranyl anziehenden Material namens Amidoxim in das Wasser getaucht werden. Wenn das Material mit den Ionen angereichert ist wird das Uranyl chemisch freigesetzt. Anschließend kann es umgewandelt und in Reaktoren eingesetzt werden.

Die Methode der Forscher extrahiert neun Mal mehr Uranyl aus dem Wasser als vorherige Versuche. Das Team möchte nun daran arbeiten, die Methode weiter zu verbessern.

via Engadget

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