Parkinson-Patienten besitzen im fortgeschrittenen Stadium nur noch wenig Kontrolle über ihre eigenen Muskeln, allein mit hoher Medikamentengabe können die meisten von ihnen ein einigermaßen erträgliches Leben führen. Die tiefe Hirnstimulation mittels Elektroden feiert allerdings aktuell erstaunliche Erfolge, sie gibt den Erkrankten ihr Leben zurück!


parkinson op
Greg Grindley während seiner Gehirn-OP / Foto: Screenshot aus dem Youtube-Video

Den Tremor auf Knopfdruck abschalten: wie ein Wunder!

Das Video des US-amerikanischen NeuroMedical Centers haben bereits mehr als 60.000 Menschen auf Youtube gesehen, es zeigt eine sehr erstaunliche Wandlung: Der Parkinson-Patient »Mr. Richardson« sitzt am ganzen Körper zitternd auf einem Stuhl, dann schaltet jemand per Touch-Display den Tremor einfach ab. Im nächsten Moment kann der ältere Herr sogar wieder seine einzelnen Finger zueinander führen, man sieht ihm die Erkrankung plötzlich nicht mehr an. Der so zeitweise »geheilte« Patient trägt eine operativ eingesetzte Elektrode im Kopf, die das Gehirn in hoher Frequenz stimuliert, sodass das Zittern verebbt. Diese Elektrode wird umgangssprachlich auch »Hirnschrittmacher« genannt. Wie auf der Webseite der Uniklinik Freiburg zu lesen ist, nehmen Mediziner an, dass mit diesem Gerät eine »Hemmung des Kerngebiets stattfindet, die sich daraufhin auch auf das gesamte Netzwerk der Basalganglien auswirkt . Wie diese Hemmung genau zustande kommt, ist bislang nicht geklärt.« Die Behandlung reduziert Symptome, heilt aber nicht die eigentliche Krankheit.

Hier seht ihr »Mr. Richardson« im Video


Live-OP mit wachem Patienten: Tremor stoppt abrupt

Bereits im letzten Jahr durften Fernsehzuschauer in den USA einer Live-OP auf dem National Geographic Channel beiwohnen, die den Parkinson-Patienten Greg Grindley zumindest kurzzeitig von den Symptomen seiner Krankheit erlöste. Zum ersten Mal nach 10 Jahren konnte er seine Hände und Finger wieder ganz gezielt bewegen, während er noch auf dem Operationstisch lag. Ob eine solche Operation aber tatsächlich als Erfolg verbucht werden kann, klärt sich erst einige Wochen später nach vollständiger Abheilung aller Wunden. Während der OP wird die Elektrode nämlich wieder ausgeschaltet und erst dann wieder in Betrieb genommen, wenn Hirn und Schädel wieder völlig abgeheilt sind. Bis zu sechs Monate dauert die Stabilisierung und Optimierung des Systems insgesamt. Der 49-jährige Elektriker aus Ohio erschien jedoch sichtlich verdutzt und berührt! Laut einer späteren Fernsehsendung führt er inzwischen ein sehr viel angenehmeres Leben als vor der Operation.


Die Live-OP im National Geographic Channel

Quellen: uniklinik-freiburg.de, nationalgeographic.com

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1 Kommentar

  1. Christoph

    22. Mai 2016 at 14:12

    Und was passiert dann irgendwann mit den Leuten, wenn die Krankheit an sich nicht geheilt werden kann? Okay, aber wenigstens wird denen noch eine angenehmere Zeit geschenkt. Das ganze Verfahren wird in 10 Jahren spätestens ein Standardverfahren sein.

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