Die Idee eines schwimmenden Atomkraftwerks klingt im ersten Moment verrückt. Jedoch wird es in Zukunft wohl tatsächlich Atomreaktoren auf im Wasser schwimmenden Plattformen geben. Russland baut eine solche Anlage, die nächstes oder übernächstes Jahr fertig sein soll, und auch am amerikanischen MIT arbeitet man an einem schwimmenden Kraftwerk. Nun gab auch China bekannt, solch eine Anlage zu planen.


atomkraft
Bild: MIT

Chinesisches Kraftwerk bietet politischen Sprengstoff

Atomanlagen auf hoher See sind beim genaueren Hinsehen nicht so selten, wie man glauben würde. Atomreaktoren dienen bereits seit Jahrzehnten als Antrieb für Kriegsschiffe, zivile Schiffe und U-Boote. Jedoch wäre ein schwimmendes Atomkraftwerk eine andere Dimension. Laut Experten sind Anlagen mit einer Leistung zwischen 50 und 1000 Megawatt möglich.

Die schwimmenden Kraftwerke sollen einen festen Einsatzort bekommen und den Strom über ein Unterwasserkabel an Land leiten. Ideal sind küstennahe Gewässer in der Nähe von Industriestandorten oder Städten. Der geplante Einsatzort des chinesischen Kraftwerks bietet jedoch politischen Sprengstoff: China möchte die Nuklearplattform ins Südchinesische Meer schleppen, wo sie den Bau von militärischen Verteidigungsanlagen sowie See- und Flughäfen auf den Inseln zu unterstützen, auf die die Volksrepublik einen Gebietsanspruch erhebt, was den Unwillen von Nachbarstaaten wie den Philippinen und Vietnam auslösen dürfte. Denn diese Staaten erheben ebenfalls Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer, das reich an Fischen, Gas und Öl ist sowie eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt beherbergt.


Wie sicher ist ein schwimmendes Atomkraftwerk?

Die Sicherheit solch schwimmender Atomkraftwerke ist ein Punkt, der unter Experten momentan heiß diskutiert wird. Nukleargetriebene Schiffe fahren seit Jahrzehnten weitestgehend unfallfrei (zumindest was den Antrieb angeht). Das Meer habe unbeschränkte Kühlmöglichkeiten, die auch im Falle von schwimmenden Kraftwerken nützlich wären und eine Überhitzung nahezu unmöglich machen würden. Allerdings ist fraglich, inwieweit sich diese Erfahrungen auch auf Großanlagen übertragen ließe.

Außerdem sei ein schwimmendes Kraftwerk nahezu immun gegen Erdbeben. Selbst ein Tsunami, wie er dem japanischen Fukushima-Komplex zum Verhängnis wurde, würde an einer schwimmenden Plattform nahezu spurlos vorbeigehen, da die Welle sich erst direkt vor der Küste aufstaut.

Gegner solcher Anlagen weisen auf die Unberechenbarkeit des Meeres und die generell erhöhten Unfallgefahren hin. Im Falle eines Unglücks sei zudem mit größeren Auswirkungen als bei einem Unglück an Land zu rechnen.

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2 Kommentare

  1. Christoph

    25. April 2016 at 21:00

    Na super, und wenn es da mal einen Unfall gibt fließt die ganze radioaktive Scheiße ins Meer. Die Fische ziehen in Schwären durch das Meer und auch die Strömung verteilt den Mist dann total.

  2. peter

    6. Oktober 2017 at 11:35

    Neihen!

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