Japans Bevölkerung droht in Zukunft eine immer stärkere Überalterung. Dies bedeutet auch: Arbeitskräfte werden knapp. Aus dieser Perspektive betrachtet, ist es kein Wunder, dass das Land bei der Entwicklung von Robotern ganz vorne mit dabei ist. So gibt es inzwischen sogar ein Hotel, bei dem die Kunden gar nicht mehr mit menschlichen Mitarbeitern in Kontakt kommen. Doch in der Stadt Nagoya geht man sogar noch einen Schritt weiter: Im dortigen Krankenhaus werden die Ärzte ab Februar zwischen 17:00 und 08:00 Uhr von insgesamt vier Robotern unterstützt. Diese assistieren allerdings nicht während einer Operation, sondern sind eher für logistische Aufgaben gedacht. So können sie etwa Medikamente und medizinische Proben transportieren.


Unter anderem für den Transport von Medikamenten sind die Roboter gedacht.

Proben und Medikamente können automatisiert transportiert werden

Dafür werden sie von den Ärzten mithilfe eine Tablets herbeigerufen. Anschließend wird der zu transportierende Gegenstand im Inneren des Roboters platziert – wo auch die Fortführung der Kühlkette garantiert werden kann. Ebenfalls auf dem Tablet können die Ärzte dann den Zielort ihrer Sendung festlegen. Im Idealfall kann so etwa eine Blutprobe ohne menschliche Hilfe direkt ins Labor transportiert werden. Theoretisch könnte dies dafür sorgen, dass die menschlichen Mitarbeiter mehr Zeit für andere Aufgaben haben und sich besser um die Patienten kümmern können. Nicht ausgeschlossen ist aber natürlich auch, dass durch solche und ähnliche Einsätze von Robotern langfristig Stellen gestrichen werden. In Deutschland gehen einige Prognosen davon aus, dass jeder zweite Arbeitsplatz wegfallen könnten.

Toyota hat die Roboter für den Einsatz im Krankenhaus entwickelt

Die in dem japanischen Krankenhaus eingesetzten Roboter navigieren mithilfe eines Radarsystems und von Kameras durch die Gänge. Treffen sie auf einen Menschen, wird zunächst versucht, diesen zu umfahren. Ist dies nicht möglich, kann der Roboter auch sprechen. Er sagt dann: „Verzeihung! Bitte lassen sie mich durch!“. Eine Antwort oder weitere Formen der sprachlichen Kommunikation sind bisher aber nicht möglich. Entwickelt wurden die Roboter von Toyota Industries, einem Tochterunternehmen des gleichnamigen Autobauers, das sich auf die Entwicklung von Autoteilen und Elektronik spezialisiert hat. Tagsüber sollen die neuen Helfer aber zunächst noch nicht zum Einsatz kommen: Die Entwickler fürchten, dass dann zu viele Menschen auf den Fluren unterwegs sein könnten.

Via: Engadget


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