Leiser geht es wirklich nicht: In der Nähe von Zürich existieren 6 unterirdische Räume, die von Vibrationen jeglicher Art abgeschirmt sind, nicht das geringste Geräusch dringt hinein. Auch elektromagnetische Wellen und jede andere Art von Schwingungen müssen draußen bleiben, denn hier stehen hochauflösende Transmissions-Elektronenmikroskope.


ibm 1
Dieser Gang führt zu den stillsten Räumen der Welt / Foto: IBM Research

Nicht einmal das Magnetfeld der Erde darf sich hier bemerkbar machen

Wer ein Atom beobachten und es innerhalb des Moleküls an einen anderen Platz verschieben möchte, benötigt vor allem eines: eine völlig ruhige Umgebung. Hier darf es keine elektromagnetischen Strahlen geben, absolut keine Geräusche, keine Schwingungen, ja, nicht einmal das Magnetfeld der Erde sollte sich bemerkbar machen. Und natürlich steht es völlig außer Frage, dass sich am direkten Ort des Geschehens nicht einmal die Person aufhalten darf, die das Experiment durchführt. Im 2011 von IBM konstruierten Binnig and Rohrer Nanotechnology Center gibt es einen Extra-Trakt für Menschen und einen für hochsensible Geräte, beide Bereiche sind extrem von der Außenwelt abgeschirmt. Den Bau dieses Centers ließ sich IBM etwa 80 Millionen USD kosten, für die Ausstattung kamen noch einmal etwa 27 Millionen USD hinzu: In einem der Räume steht beispielsweise ein gigantisches Elektronenmikroskop, das eine Auflösung von bis zu 0,09 nm bietet.

ibm
Eine Collage der Technik- und Kontrollräume / Foto: IBM Research

Technikräume bestehen aus luftgefederten Betonblöcken

Alle Wände sind mit einer Nickel-Eisen-Legierung überzogen, hier funktioniert garantiert kein Smartphone. Jeder Raum besitzt ein kleines Vorzimmer, in dem sich der menschliche Controller aufhält, im größeren Zimmer dahinter befindet sich nichts als technisches Equipment. Die Technikräume bestehen aus bis zu 69 Tonnen schweren, hohlen Betonblöcken, die auf einer aktiven Luftfederung gelagert sind. So kann auf der nahen Straße ruhig ein großer Lastwagen vorüberfahren, die Mikroskope und ihr kostbares Untersuchungsgut bleiben von den Schwingungen unberührt. Zusätzlich sind die Wände mit schallabsorbierenden Materialien ausgepolstert und alle technischen Elemente, die Geräusche fabrizieren, wurden ausgelagert. Je drei Helmholtz-Spiralen sorgen in jeder der sechs Raumeinheiten dafür, dass sogar das magnetische Feld der Erde an diesem besonderen Ort ausgeschaltet wird. Ein gutes Beispiel für die Stabilität des Umfeldes bietet die Raumtemperatur: Sie liegt bei 21 Grad Celsius auf Hüfthöhe mit Schwankungen um höchstens 0,01 Grad Celsius pro Stunde. Hier könnt ihr die Räume im Video sehen.



Quelle: arstechnica.com

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.