Im Arts District von Las Vegas tut sich was: Das Unternehmen EnGo Planet testet hier seine neuartigen Straßenlaternen, die nicht nur durch Sonnenenergie gespeist werden, sondern auch durch die vorübereilenden Fußgänger. Kinetische Energie heißt das Zauberwort.


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Das neue Beleuchtungskonzept in Aktion / Foto: EnGo Planet

Jeder Schritt liefert 4 bis 8 Watt Strom für die Beleuchtung

Die Smart Street Lights sind mit stromsparenden LEDs ausgestattet und besitzen einen breiten Schirm, der die Lichtstrahlung Richtung Himmel blockt. Vier von ihnen stehen nun am Boulder Plaza in der Kasinometropole, im Boden sind kinetische Paneele eingelassen und die Lampenschirme besitzen Solarzellen. Jede Lampe verfügt außerdem über einen eigenen Akku, der tagsüber Sonnenenergie speichert, um nachts den Strom für die LEDs zu liefern. Doch selbst in der Wüste von Nevada gibt es manchmal Wolken oder Regentage, die gesammelte Energie reicht nicht immer aus. An dieser Stelle greift das Kinetik-Konzept: Jeder Schritt, den ein Fußgänger auf die angekoppelten Paneele macht, liefert den Lampen 4 bis 8 Watt Strom. So sorgen die Passanten selbst dafür, dass ihr Weg stetig beleuchtet bleibt.

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Es wird Zeit für eine Evolution der Straßenlaterne.

Laternen inklusive Auflademöglichkeit für Smartphones

In der aktuellen Testphase ermitteln die Betreiber, ob die Paneele den alltäglichen Belastungen gewachsen sind, wie viel Strom die Schritte überhaupt liefern und wie die Fußgänger sich an diese Art von Lampen gewöhnen. Als kleines Schmankerl sind die Straßenlaternen noch mit Auflademöglichkeiten und Ablageflächen für Smartphones ausgestattet – schön wäre es, wenn es für die Wartezeit noch einen Kaffee gäbe. Demnächst könnten noch Umweltsensoren, WLAN-Hotspots und Überwachungskameras hinzukommen.


Städte investieren bis 38 % des Energie-Etats in Straßenbeleuchtung

Laut EnGo Planet geben die Städte dieser Welt 10 bis 38 % ihres Energie-Etats allein für die Straßenbeleuchtung aus. Auch in Deutschland wurde diese eklatant hohe Zahl bereits in den Kommunen und den Medien thematisiert; Gemeinden mit klammen Kassen haben teilweise die nächtliche Beleuchtung eingeschränkt. Doch wer an Licht spart, der spart auch an Sicherheit! Die Smart Street Lanps könnten eine Lösung für diese Problematik liefern, zumindest dann, wenn sich die Anschaffungskosten recht bald amortisieren. Was das System allerdings genau kosten soll, ist noch nicht bekannt.

Quelle: engoplanet.com

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1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    27. November 2016 at 09:34

    Die Idee Strasenlaternen mit eignem Akku zu versehen hatte ich auch schon, nur gibts dabei ein Proplem. Die KOSTEN.
    Ich wollte für jede Lampe einen Akku der tagsüber Zentral angesteuert geladen werden kann wenn der Strom günstig ist oder das sogar von alleine macht. Das Haubtproplem ist aber, die Steuerungstechnick in kombintion mit Akku ist teuer. Vor allem weil die Lampen in Deutschland 50-400 Watt haben. Um sicher zu gehen, und das volle Potential auszuschöpfen, müste der Akku 16 Stunden speichern. Wir reden hier also von rund 0,7-4,2kW/h Akkus. Aktuell ein Preis von rund 700-4200€ pro Lampe. Und da kommt noch die Steuerungselemente hinzu. Noch mals also rund 100-200€ pro Lampe. Und dann kommen noch der Einbau und Wartung usw hinzu, rund 200€ Einbau und ungewisse Summe für Wartung.
    Auch die Möglichkeit, einer zentralen Speichereinheit, nach Strassenzug oder Gegend, habe ich erwogen. Hier sind Sekundärkosten zwar deutlich geringer, nur die aktuellen Akkusysteme mit ihren schlechtem Preisleistungsverhältnis sorgen hier für ein Negativ. Auch müste es dann ein neues Bezahlsystem geben. Immerhin zahlen Städte ja ebenfalls alle Abgaben. Das könnte man ja umgehen. Nur die Akkus machen im Moment noch einen Strich durch die Rechnung.
    Ich warte hier nun auf die billigeren RedoxFloh-Akkus aus Jena die gerade entwickelt werden.
    1000€ pro kW/h sind mehr als Akzeptabel, wenn die Kosten sich auf 137(50000 Zyklen:365 Tage) Jahre aufteilen. Da würden sich die Akkus sogar noch dazu eignen, strom wieder abzugeben und das Netz so noch weiter zu stabilisieren.

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