Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs wird vor allem vorangetrieben, um die Klimaemissionen massiv zu reduzieren. Eine große Anzahl an Elektroautos bringt aber auch Probleme mit sich. So warnte die deutsche Industrie erst vor kurzem davor, dass zahlreiche wichtige Rohstoffe zukünftig knapp – und damit teuer – werden könnten. Auch für das öffentliche Stromnetz stellt die Umstellung eine Herausforderung dar. Wenn beispielsweise viele Fahrer ihr Auto gleichzeitig aufladen, kann dies zu einer deutlich erhöhten Spitzennachfrage führen – was im schlimmsten Fall die Netzstabilität beeinträchtigt. Verschlimmert wird diese Problematik noch, wenn Schnellladestationen – wie etwa Teslas Supercharger – genutzt werden. Doch Elektroautos können durchaus auch zur Stabilisierung des Stromnetzes genutzt werden. Wie dies funktioniert, zeigt Honda mit einer neuen Ladestation am Firmenstandort in Offenbach.


Die Ladestation kann Strom in beide Richtungen verteilen. Bild: Honda

Angebot und Nachfrage können theoretisch besser ausgeglichen werden

Diese ist mit einer sogenannten bidirektionalen Ladetechnologie ausgestattet. Konkret bedeutet dies: Der Strom kann in beide Richtungen fließen. Einmal ganz klassisch vom Stromnetz in die Batterie des Autos, dann aber im Bedarfsfall auch vom Akku des Wagens in das öffentliche Netz. Konzipiert wurde die Ladestation von Honda in Zusammenarbeit mit The Mobility House und der Firma Evtec. Theoretisch ist es damit möglich, Elektroautos als eine Art Stromspeicher zu nutzen und so Angebot und Nachfrage besser auszugleichen. In Offenbach wird das Konzept allerdings zunächst noch im kleinen Rahmen getestet: Dort können bis zu vier Autos gleichzeitig mit dem Stromnetz verbunden werden – und entweder Energie aufnehmen oder abgeben.

Auch E.on und Nissan arbeiten an einem ähnlichen Projekt

Für die Fahrer von Elektroautos kann dies durchaus ein attraktives Modell sein. Denn theoretisch ist es so möglich, Strom aufzunehmen, wenn die Preise gerade niedrig sind – also etwa mitten in der Nacht – und diesen in Zeiten starker Nachfrage für mehr Geld wieder einzuspeisen. Nissan hat bei einem ähnlichen Projekt mit zehn Elektrolieferwagen auf diese Weise immerhin 1.800 Euro in einem Jahr eingenommen. Voraussetzung dafür ist es aber natürlich, dass die Stromanbieter auf eine smarte Abrechnung umstellen und die Preise für den Endkunden jeweils an die aktuelle Situation von Angebot und Nachfrage anpassen. In Hyllie, dem smarten Stadtteil von Malmö, wollen E.on und Nissan die sogenannte „Vehicle-to-Grid“-Technologie weiter erforschen.

Via: Honda


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