In Singapur entsteht die weltweit größte Testfläche für schwimmende Solarparks

Singapur hat viel Sonne, aber nur wenig Platz. Der Stadtstaat ist also darauf angewiesen, dass installierte Solarmodule möglichst effizient arbeiten. Auf einem der Frischwasserreservoire der Stadt entsteht daher aktuell die weltweit größte Testfläche für schwimmende Solarmodule. Dort werden acht verschiedene Firmen unterschiedliche Ansätze ausprobieren und können die Ergebnisse dann anschließend miteinander vergleichen. Auf diese Weise soll das effizienteste System gefunden werden, um zukünftig alle siebzehn Wasserreservoire der Stadt mit Solarpanels zu bestücken. Die Regierung in Singapur lässt sich das Projekt insgesamt rund elf Millionen Dollar kosten. Die bei den Tests erzielten Ergebnisse sind aber natürlich auch für andere Staaten von Interesse.

Screenshot via Inhabitat

Die Stromproduktion und die Auswirkungen auf das Wasser werden untersucht

Die Experten beobachten während der Tests dann vor allem zwei Dinge: Zum einen die Produktion der verschiedenen Solarmodule. Zum anderen aber auch die Auswirkungen auf das Wasser. Als gesichert gilt in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Solarmodule Sonneneinstrahlung abfangen und so weniger Wasser verdunsten lassen. Nun soll aber auch untersucht werden, welche Auswirkungen dies auf die Wasserqualität und die Biodiversität hat. Am Ende werden dann zwei der insgesamt zehn getesteten Systeme für die zweite Runde des Testprogrammes ausgewählt. Diese sollen dann großflächig zum Einsatz gebracht und dabei noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden. Langfristig ist geplant, dass die schwimmenden Solarparks einen Teil zur Energiesicherheit des Landes beitragen.

Auch Großbritannien und Japan setzen auf die Technik

Singapur besitzt als Stadtstaat logischerweise keine größeren Vorkommen an fossilen Energieträgern. Das Land setzt daher schon seit längerem auf eine Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau der Photovoltaik. Viele Häuser und Gebäude wurden dabei inzwischen bereits mit entsprechenden Solarmodulen ausgestattet, weshalb jetzt nach alternativen Installationsorten gesucht wird. Die Wasserreservoire bieten sich dabei an, weil andernorts bereits positive Erfahrungen mit schwimmenden Solarparks gemacht wurden. So entsteht in London aktuell Europas größtes Solarkraftwerk auf dem Wasser. Auch Japan setzt in Folge des Atomunfalls von Fukushima auf den Ausbau der Photovoltaik – und hat daher die weltweit größten schwimmenden Solarparks in Betrieb genommen.

Via: Inhabitat