In der Luftfahrt ist eine umfassende Luftraumkontrolle bereits seit Jahrzehnten Standard. Die Position von Flugzeugen, die sich in einem bestimmten Luftraum aufhalten, werden per Transponder ermittelt und der Verkehr in der Luft kann so mit Radarunterstützung kontrolliert werden. Bei der Entwicklung der Kontrollsysteme wurde jedoch nicht bedacht, welche Herausforderung die Tausende von Drohnen, die den Himmel in Zukunft bevölkern werden, für die Luftraumkontrolle darstellen werden. Ein Team der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur entwickelt deshalb gerade ein Luftraum-Kontrollsystem für den Drohnenverkehr.


Professor Low Kin Huat (links) und Mohamed Faisal Bin Mohamed Salleh. Bild: Nanyang Technological University
Professor Low Kin Huat (links) und Mohamed Faisal Bin Mohamed Salleh.
Bild: Nanyang Technological University

Geordneter Drohnenverkehr in der Luft

Die NTU ist nicht die erste Institution, die sich dem Problem stellt. In den USA gibt es immer strenger werdende gesetzliche Vorgaben, und die NASA testete bereits in der Vergangenheit ein Verkehrssystem für Drohnen. Auch Universitäten in Kanada und Australien haben bereits entsprechende Vorschläge gemacht.

Das Team der NTU hat sich ein paar dieser Ideen geliehen und entwickelt außerdem eigene Vorschläge. „„At NTU, we have already demonstrated viable technologies such as UAV convoys, formation flying and logistics, which will soon become mainstream. This new traffic management project will test some of the new concepts developed with the aim of achieving safe and efficient drone traffic in our urban airways„, so Professor Low Kin Huar, der das Projekt leitet.


Das System sieht designierte Start- und Landezonen vor. In der Luft würden die Drohnen durch festgelegte Korridore geleitet – im Prinzip möchte die NTU eine Art Straßensystem in der Luft aufbauen. Wichtige Orte wie Flughäfen und Kraftwerke könnten per Geofencing geschützt werden.

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Bild: Nanyang Technological University

Auch die Drohnentechnik muss weiterentwickelt werden

Außerdem möchte die NTU Koordinationsstationen einrichten, die den Drohnenverkehr überwachen und Änderungen an den Korridoren vornehmen können.

Aktuell wäre die Umsetzung eines solchen Systems noch schwierig, weshalb das Team neben dem Kontrollsystem auch noch Systeme für Drohnen entwickeln will, die es ermöglichen, Wegfindungsfeatures, Kollsionserkennung und automatisches Ausnahmen zu ermöglichen. Autonome Fahrzeuge sind dazu schon in der Lage, die Umsetzung für Drohnen sollte sich also nicht allzu kompliziert gestalten. Im Idealfall wären dann alle am Verkehr teilnehmenden Drohnen auch untereinander vernetzt.

We will also look into proposing safety standards, for instance how high UAVs should fly and how far they should be flying above buildings, taking privacy concerns and laws into consideration, and to suggest recommended actions during contingencies„, so Mohamed Faisal Bin Mohamed Salleh, der an dem Projekt beteiligt ist.

Das Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt. Die Konzeptualisierung sowie entsprechende Computersimulationen sollen 2017 abgeschlossen sein, erste Tests sollen 2018 beginnen.

via NewAtlas

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