Das Konzept des Hyperloops wurde von Elon Musk international bekannt gemacht. Er hat sich die Technologie allerdings nicht patentieren lassen, sondern das Projekt bewusst als Open Source konzipiert. Theoretisch kann also jeder seinen eigenen Hyperloop entwickeln. In den Vereinigten Staaten haben sich dabei in den letzten Jahren vor allem zwei Unternehmen mit aggressiven PR-Strategien hervorgetan: Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies (HTT). Während Hyperloop One in Las Vegas eine erste Teststrecke für die neue Technologie errichtete, wagt HTT nun den Sprung nach Europa. Im französischen Toulouse soll ein Forschungszentrum mit angeschlossenem Testgelände errichtet werden. Dies gaben HTT und die Stadt gestern bekannt.


Hyperloop Train von Elon Musk
Hyperloop Train von Elon Musk

In Toulouse ist bereits einiges an Expertise vorhanden

Die städtische Verwaltung stellt dabei für das Projekt ein 3.000 Quadratmeter großes Gelände zur Verfügung. HTT verspricht im Gegenzug, mindestens fünfzig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Toulouse als Standort wurde zudem keineswegs zufällig ausgewählt. Vielmehr befindet sich in der französischen Stadt auch ein Zentrum der europäischen Luftfahrtindustrie. So hat dort beispielsweise der Flugzeugbauer Airbus mehrere große Werke. Es existiert daher ein großer Pool an talentierten Ingenieuren und Technikern. Von deren Expertise möchte nun auch HTT profitieren. Denn die Ähnlichkeiten zwischen Flugzeugbau und der Entwicklung eines Hyperloops sind durchaus vorhanden. So ist beispielsweise geplant, die Transportkapseln ähnlich wie den Rumpf eines Flugzeugs zu konstruieren. Da kann es nicht schaden, wenn Expertise aus dieser Branche vorhanden ist.

In Tschechien wird bereits eine konkrete Strecke geprüft

HTT-Gründer Dirk Ahlborn spricht daher auch von einer „Mischung aus Flugzeug und Zug“, wenn er das neue Transportmittel beschreiben soll. Das Startup hat zudem bereits einige konkrete Streckenprojekte geplant. So unterzeichnete das Unternehmen zuletzt mit den Verantwortlichen der Stadt Brno in Tschechien eine Vereinbarung. Diese sieht vor, die Realisierung einer Hyperloop-Strecke von Brno in die tschechische Hauptstadt Prag zu prüfen. Außerdem wurde eine ähnliche Zusammenarbeit mit der Regierung des Emirats Abu Dhabi vereinbart. Unterdessen läuft auch ein von Elon Musk organisierter Wettbewerb, in dem die weltweit besten Hyperloop-Konzepte gesucht und bewertet werden. An der Finalrunde wird auch ein Team der TU München teilnehmen.


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