Für Hindus sind Kühe heilige Tiere. Der Verzehr von Rindfleisch ist daher für die Mehrheit der indischen Bevölkerung ein Tabu. Die großen internationalen Fastfoodketten berücksichtigen dies und haben in der Regel nur Produkte mit Hähnchenfleisch im Angebot. Indien ist daher eines der wenigen Länder weltweit, in dem man keinen McDonald’s Big Mac kaufen kann. Dennoch wurde die Produktion und der Verzehr von Rindfleisch in den meisten Bundesstaaten toleriert. Immerhin leben in Indien auch mehrere hundert Millionen Nicht-Hindus. Zuletzt allerdings verboten mehrere Bundesstaaten die Schlachtung von Rindern und vieles spricht dafür, dass bald ein landesweites Verbot folgen wird.


Autorikschars
Arne Hückelheim & Jan Hückelheim Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Modis Partei forciert Verbote

Bisher haben die Bundesstaaten Maharashtra, Jharkhand und Haryana neue weitreichende Verbote erlassen. Diese werden allesamt von der hindunationalistischen Partei „Bharatiya Janata Party“ regiert – derselben Partei gehört auch der indische Ministerpräsident Narendra Modi an. Auch dieser hatte in der Vergangenheit Sympathien für eine solche Maßnahme verlauten lassen. In den betroffenen Bundesstaaten zeigen sich allerdings schon erste problematische Auswirkungen des Komplettverbots.

Vor allem Muslime betroffen

So können zahlreiche Farmer ihre Rinder nicht mehr verkaufen, obwohl sie aufgrund einer lang anhaltenden Trockenheit dringend Verkaufserlöse benötigen. Zudem steht die komplette Rindfleischindustrie vor dem Aus. Dies ist besonders deshalb problematisch, weil dieser Industriezweig bisher von muslimischen Firmen und Mitarbeitern betrieben wurde. Diese sind nun unmittelbar von dem religiös motivierten Bann betroffen. Die immer mal wieder aufflackernden religiösen Spannungen zwischen Muslimen und Hindus könnten sich dadurch weiter verschärfen.
Ebenfalls betroffen sind die indischen Zoos und Wildgehege. Diese müssen ihre Raubtiere nun mit Hühnchen und Lammfleisch füttern. Die Preise dafür dürften zukünftig aber ansteigen, wenn sich die Nachfrage nach den nicht verbotenen Fleischsorten erhöht. Auch Lederprodukte sind auf lange Sicht von dem Schlachtverbot betroffen – deren Produzenten können aber nicht auf Hähnchen oder Lamm umsteigen.


Quelle: Digital Journal

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.