Indonesien gehört zu den größten Exporteuren von Holz weltweit. Alleine in der Europäischen Union stammen ein Drittel der Holzimporte aus dem asiatischen Staat. Bedauerlicherweise war die Holzproduktion dort in der Vergangenheit aber oftmals von Korruption und illegalen Machenschaften dominiert. Darunter zu leiden hatten dann vor allem die Regenwälder des Landes, die immer wieder Opfer von illegalen Rodungen wurden. Ein neues Zertifizierungssystem soll dem jetzt aber ein Ende setzen. Dies vereinbarten Vertreter der Europäischen Union und Indonesiens nun verbindlich. Holz aus Indonesien, das nicht mit der entsprechenden Zertifizierung versehen ist, darf ab November nicht mehr in Europa verkauft werden.


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Die Zertifizierung soll illegal geschlagenes Holz unverkäuflich machen

Kernstück der Vereinbarung ist dabei die Überwachung durch eine unabhängige Instanz. Diese evaluiert den indonesischen Zertifizierungsprozess und entscheidet, ob dieser einen wirksamen Schutz gegen illegale Rodungen darstellt. Schon bisher durfte nämlich theoretisch kein illegales Holz aus dem Regenwald verkauft werden. Den Tätern gelang es aber oftmals, das illegale Holz in den Verarbeitungsprozess von legalem Holz einzuschleusen und so dennoch auf den Markt zu bringen. Dies soll zukünftig nicht mehr möglich sein. „Indonesien hat große Fortschritte dabei gemacht, den Holzsektor unter Kontrolle zu bringen und die Transparenz zu erhöhen. Wir haben die hohen Zertifizierungsanforderungen der EU erfüllt“, so Putera Parthama aus dem indonesischen Forstministerium.


Die EU steht in Verhandlungen mit vierzehn weiteren Ländern

Dies bestätigte auch der EU-Botschafter in Indonesien Vincent Guerend. Er betonte, dass Käufer in Europa zukünftig sicher sein könnten, kein illegal geschlagenes Holz aus Indonesien mehr zu kaufen. Im Gegenzug hofft das asiatische Land darauf, seine Holzexporte in die Europäische Union mindestens verdoppeln zu können. Der nun geschlossene Pakt zwischen Indonesien und der EU stellt den ersten seiner Art dar, er soll aber keineswegs der letzte bleiben. Vielmehr steht die Staatengemeinschaft bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit vierzehn weiteren holzexportierenden Ländern. Können diese erfolgreich abgeschlossen werden, wären damit in etwa 80 Prozent der EU-Holzimporte abgedeckt.

Via: The Guardian

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