Für die Fahrt im innerstädtischen Verkehr sind Elektroautos bereits bestens geeignet. Längere Fahrten über die Autobahn sind allerdings schwierig. Denn noch immer gibt es dort große weiße Flecken, in denen überhaupt keine Ladestation zu finden ist. Das Energieunternehmen Innogy hat daher nun eine langjährige Kooperation mit dem Raststättenbetreiber Tank & Rast beschlossen. Gemeinsam wollen die beiden Partner ein Netz an Ladestationen entlang des Autobahnnetzes errichten. Der Abstand zwischen den einzelnen Ladepunkten soll sich dabei an der Reichweite der Autos orientieren – also wohl etwa bei rund 300 Kilometern liegen. Dort können Fahrer von Elektroautos dann ihre Batterie mit Ökostrom aufladen und währenddessen die Infrastruktur des Rastplatzes nutzen.


Mehr öffentliche Ladepunkte für Elektroautos werden benötigt. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

30 Minuten Strom sollen rund 7,50 Euro kosten

Die Partner versprechen, dass ein Ladevorgang rund dreißig Minuten dauern wird. Dies ist auf der einen Seite deutlich länger als der normale Tankstellenbesuch bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Auf der anderen Seite sind dafür aber auch die Kosten deutlich niedriger: Den Angaben von Innogy zufolge wird eine Ladung etwa 7,50 Euro kosten. Bezahlt werden kann ohne Anmeldung einfach mit Paypal oder der Kreditkarte. Insgesamt betreibt Tank & Rast entlang des deutschen Autobahnnetzes rund 400 Raststätten. Rund einhundert davon werden nun nach und nach mit den Schnellladestationen ausgerüstet. Innogy wird anschließend zu den größten Betreibern von Ladestationen für Elektroautos überhaupt gehören. Deutschlandweit wird das Unternehmen dann mehr als 6.000 Ladepunkte betreiben.

Ökostrom sorgt für eine nachhaltige Klimabilanz

Welches Elektroauto letztlich die Raststätten ansteuern wird, ist egal: Die Ladestationen sind technisch so ausgerüstet, dass sie von den Fahrzeugen aller Anbieter genutzt werden können. Die Nutzung von Ökostrom verbessert zudem die Klimabilanz der Elektroautos. Denn auf diese Weise entstehen nicht nur während der Fahrt keine Klimaemissionen, sondern auch bei der Produktion des benötigten Stroms. Innogy ist als Firmenname noch relativ unbekannt, gehört auf dem Strommarkt aber zu den wichtigsten Akteuren. Es handelt sich um eine Tochtergesellschaft von RWE, die im vergangenen Jahr abgespalten wurde. Dort sind nun unter anderem die Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien gebündelt. Das Unternehmen hat zudem bereits angekündigt, auch in den USA Strom an Besitzer von Elektroautos verkaufen zu wollen.


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1 Kommentar

  1. Michael

    14. Juli 2017 at 13:46

    Dann benötige ich für 1x voll laden = 1 Std a 22kw = 15 Euro! Zeittarif ist zu teuer, er benachteiligt Fahrzeuge die nicht sehr schnell laden können. Also wie gehabt runter von der Autobahn zum Tanken. So kann man die Zukunft auch abwürgen und schnell „reich“ werden. Ich verstehe das man die Investitionen wieder reinholen muss, aber nicht so brutal schnell.

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