Innovative Schutzschicht für Flugzeuge kontrolliert Bombenexplosionen

Die zivile Luftfahrt ist seit Jahrzehnten immer wieder ins Visier zahlreicher Terrorgruppen geraten. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen sind deshalb massiv verschärft worden. Passagiere und ihr Gepäck werden penibel überprüft, bevor sie an Bord eines Flugzeugs gelangen. Doch ganz ausschließen lässt sich auch so nicht, dass explosives Material in den Frachtraum der Maschinen gelangt. Wissenschaftler der „University of Sheffield“ haben daher nun ein Material entwickelt, dass der Explosion standhalten und so den Absturz des Fliegers verhindern soll. Erstmals wurde die neu entwickelte Technik namens Fly-Bag nun an echten, allerdings auf dem Boden stehenden, Flugzeugen getestet.

Explosionstest ohne Fly-Bag. Via: Gizmag Copyright: University of Sheffield

Es handelt sich um ein europäisches Gemeinschaftsprojekt

Die Tests verliefen dabei recht simpel. Zunächst wurde eine Explosion ausgelöst, die durch die Schutzschicht aufgefangen wurde. Anschließend ließen die Wissenschaftler eine Bombe in einem herkömmlichen Frachtraum hochgehen. Anschließend wurden die Schäden verglichen und daraus Rückschlüsse auf die Flugfähigkeit der Flugzeuge gezogen. „Wir haben die Fly-Bag Prototypen ausführlich in unseren Bomben-Testlabors getestet, aber der Sinn dieser Tests nun liegt darin, zu sehen, wie das Konzept unter den Bedingungen eines echten Flugzeugs funktioniert und die Resultate sind extrem vielversprechend“, kommentiert Andy Tyas, Forschungsleiter an der „University of Sheffield“, die Ergebnisse. Entwickelt wurde die Technik dabei in einem europäischen Konsortium gemeinsam mit Partnern aus Griechenland, Spanien, Italien, Deutschland, Schweden und den Niederlanden.

Neuer Ansatz soll leicht und flexibel sein

Der Fly-Bag verfolgt einen neuartigen Ansatz, um die Schäden durch Bombenexplosionen unter Kontrolle zu halten. Bisher hatten verschiedene Unternehmen bereits gepanzerte Gepäckcontainer entwickelt. Diese erwiesen sich allerdings als zu schwer und zu teuer. Der neue Ansatz setzt daher nun auf Flexibilität. Die Schutzschicht nimmt die Detonation auf und dämmt diese so ein. Dadurch wird die Außenwand des Flugzeuges nicht aufgerissen und der Pilot im besten Fall in die Lage versetzt, den Flieger noch sicher zu landen.

Via: Gizmag