Die richtige Medikation zu verschreiben, ist nur ein Teil der erfolgreichen Behandlung einer Erkrankung. Mindestens ebenso wichtig: Den Patienten dazu zu bringen, die Tabletten auch wie vorgesehen einzunehmen. Bei Menschen mit bipolarer Störung kann es beispielsweise sein, dass sie die Tabletten in der manischen Phase nicht einnehmen – was die Situation nicht gerade verbessert. Auch bei Alzheimer-Patienten ist die Problematik vorhanden.


Die US-Firma Proteus Digital Health hat dafür nun eine Lösung entwickelt: Ein Mini-Sensor in der Größe eines Sandkorns, der sich aktiviert, sobald er mit Magensäure in Kontakt tritt. Anschließend wird die erfolgte Einnahme automatisch in der dazugehörigen App vermerkt – zusammen mit einigen anderen erfassten Daten.

Foto: Proteus Digital Health

Ein japanisches Pharma-Unternehmen hat die Technik erstmals eingesetzt

Der Trick nun: Die Patienten können einstellen, dass auch andere Personen auf die App zugreifen können. Dies kann beispielsweise der Arzt sein, aber auch ein anderer enger Vertrauter. In jedem Fall besteht die Idee darin, dass der Patient im Zweifelsfall an die Einnahme erinnert werden kann. Erstmals zum Einsatz kommt die Technik bei dem Medikament Abilify MyCite des japanischen Unternehmens Otsuka Pharmaceutical. Verschrieben werden die Tabletten in der Regel gegen Schizophrenie, bei einer bipolaren Störung und als Teil der Behandlung einer schweren Depression verschrieben – und zwar bereits seit mehreren Jahren. Neu ist lediglich, dass nun mithilfe des Sensors erfasst wird, ob und wann die Medikamente genommen werden.

Die Krankenkassen wollen zunächst weitere Studien abwarten

Noch muss sich aber erst zeigen, inwieweit durch diese Form der Überwachung die Medikamente tatsächlich korrekter eingenommen werden. Die US-Gesundheitsbehörde und die beiden Hersteller verweisen jedenfalls darauf, dass bisher noch keine entsprechenden Studien vorliegen. Davon dürfte allerdings auch abhängen, ob die Krankenkassen die zusätzlichen Kosten für den integrierten Sensor übernehmen werden – was eine Voraussetzung wäre, um die Technik auch flächendeckend zum Einsatz zu bringen. Datenschützer weisen zudem schon jetzt auf schwere Bedenken hin. Zwar werden die Informationen nur mit Zustimmung des Patienten geteilt. Allerdings bleibt bei einer Alzheimer-Erkrankung oft unklar, inwieweit dieser sich seiner Entscheidung überhaupt noch bewusst ist.


Via: Futurism

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.