Zwei Spezialisten für den Bau von Schienenfahrzeugen haben sich zusammengetan, um den wohl ungewöhnlichsten Elektrobus der Welt zu entwickeln. Der Aptis, den das französische Unternehmen Alstom und dessen Tochter NTL jetzt vorgestellt haben, lässt sich ebenso leicht besteigen wie ein Triebwagen, der an einem Bahnsteig mit erhöhtem Niveau anhält. Er ist also barrierefrei für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen.


Durchgehend niedriger Boden

Das liegt zum einen am durchgehend niedrig liegenden Boden (33 Zentimeter), zum anderen daran, dass zusätzlich eine Rampe ausgefahren wird, wenn er anhält, die bis zum Boden reicht. Der Platz im Innenraum ist deutlich größer als bei konventionellen Fahrzeugen, da die vier Räder, die jeweils eigene Elektromotoren haben, an den äußersten Kanten sitzen. Somit werden keine Radkästen im Innenraum beanspruchen. Alle elektrischen und elektronischen Baugruppen beanspruchen ebenfalls keinen Platz im Innenraum, weil sie auf das Dach verlegt wurden.


Platz für 95 Passagiere und zwei Rollstühle

Obwohl mit zwölf Metern relativ kurz, kann der Aptis 95 Passagiere und zusätzlich zwei Rollstühle oder Kinderwagen transportieren. Zudem ist das Fahrzeug wendig wie kein zweites. Es kommt mit extrem kleinen Haltebuchten aus und nimmt selbst die engsten Kurven, weil alle vier Räder gelenkt werden. Die breiten Türen und die Karosserie stammen aus dem Schienenfahrzeugbau. Der Aptis ist gewissermaßen eine Straßenbahn auf Rädern.

Die Reichweite liegt bei 200 Kilometern

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde wird er mit allen innerstädtischen Verkehrssituationen fertig. Nach einer Fahrtstrecke von 200 Kilometern sind die Batterien leer. Sie werden über Nacht im Depot aufgeladen. Das dauert sechs Stunden. Die Reichweite lässt sich vergrößern, wenn an Endhaltestellen Schnellladegeräte installiert werden, die Strom berührungslos an die Bordbatterien abgeben.

Aptis Bus im Video

Der Aptis wird im NTL-Werk im elsässischen Düppigheim gebaut. Die ersten beiden Fahrzeuge werden in Paris und in der Region Île-de-France eingesetzt. Alstom zielt vor allem auf den einheimischen Markt und die Betreiber in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien. Das Unternehmen erwartet, dass 2020 in Europa 3500 Elektrobusse gekauft werden. Bis 2025 werde sich die Zahl glatt verdoppeln.

Beim Thema Sicherheit hat jüngst auch Mercedes den sichersten Reisebus der Welt vorgestellt.

Setra S 531 DT Reisebus im Video

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