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Insekten als nachhaltige Nahrungsquelle: Ist das Tabu zu brechen?

Insekten haben bereits das Überleben ganzer Volksstämme gesichert, sie erweisen sich als reichhaltige Eiweiß- und Fettlieferanten. Für viele moderne Menschen wäre es vielleicht gerade so akzeptabel, in Notzeiten auf Kakerlaken und Co. zurückzugreifen, andere befällt schon allein bei dem Gedanken daran der Brechreiz. Dabei könnten Insekten auf dem Teller auch in Zeiten ohne Hunger und Not einige wichtige Probleme lösen!

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Gegrillte Insekten und Spinnen auf einem Insektenmarkt in Kambodscha

Insekten zu essen, würde die Umwelt entlasten und Tierleid verhindern

Um das Tierleid zu beschränken und die Umwelt zu entlasten, arbeiten Forscher aktuell an immer wieder neuen Projekten, künstliches Fleisch zu erzeugen. Ein einziges Kilogramm Fleisch verursacht den Ausstoß von immerhin 36 Kilogramm CO2, ganz abgesehen von den enormen Qualen, die die Massentierhaltung mit sich bringt. Doch die neuen fleischähnlichen Lebensmittel lassen sich nur mit hohem Kostenaufwand generieren, außerdem fällt es schwer, die Menschen für diese Produkte zu begeistern.

Auf Insekten als Nahrungsmittel liegt hingegen ein gewaltiges Tabu, die Krabbeltierchen werden allgemein als allzu eklig angesehen: Wer steht schon auf das Knirschen von Chitinpanzern zwischen den Zähnen – und zupft sich nach dem Essen mit Genuss die Insektenbeine aus den Zahnzwischenräumen? Der Preis für derartige Mahlzeiten wird sich allerdings in Grenzen halten, Insekten sind schließlich immer und überall erhältlich und ganz leicht zu züchten! Sie lassen sich außerdem so zubereiten, dass sie förmlich in der Nahrung verschwinden.

Insekten-Lollies und gegrillte Kakerlaken als Trendnahrung

Manche von euch werden es sicher wissen: Insekten zu essen, gilt teilweise als versteckter Trend: Alkoholika mit Würmer- oder Käfereinlage, kleine Snacks für Ekelresistente und Insekten-Lollies für den genüsslichen Verzehr sind bereits auf dem Markt erhältlich, doch dienen diese Dinge weniger der Ernährung als der Mutprobe und dem Zeitvertreib. Die mancherorts angebotenen Insektenkochkurse sind in diesem Sinne schon ernster zu nehmen.

Die Chinesen scheinen insgesamt weniger Berührungsängste mit Insekten zu haben, gegrillte Kakerlaken liegen bei ihnen voll im Trend. Die medizinische Forschung vermutet sogar eine heilsame Wirkung der krossen Sechsbeiner: Eventuell hilft der Verzehr dieser Tierchen bei Krebs- und AIDS-Erkrankungen und könnte sogar Haarausfall reduzieren.

Im Video: Die Chinesen verspeisen Berge von Kakerlaken

Entomophagie für Gourmets: Grillenmehl und Insekten-Bolognese

Der englischsprachige Youtube Channel Buggin’Out richtet sich hauptsächlich an die westliche Welt und präsentiert Entomophagie (Verzehr von Insekten) für echte Gourmets. Das Wissenschaftsmagazin Pop Sci berichtet von einer Kochsession mit ChefPV, dem Moderator der Videoserie, in deren Verlauf erstaunliche schmackhafte Gerichte entstanden. Grillenmehl diente beispielsweise zur Zubereitung von schmackhaften Crêpes und ein Glas Grillen-Bolognese-Sauce fand Verwendung als Füllung für englische Muffins. Die erstaunten Journalisten schmeckten kaum einen Unterschied zu Rindfleisch-Bolognese heraus. Vielleicht machen solche Aktionen noch viel mehr Menschen Lust auf »mehr«: Nicht einfach nur der Umwelt zuliebe, sondern auch, weil es schmeckt!

Quelle: popsci.com, kakerlake.org

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