Auch wenn sie uns oft als lästig erscheinen, erfüllen Insekten im Ökosystem wichtige Aufgaben. Um so erschreckender ist die Erkenntnis, die Forscher in einer Langzeitstudie erlangten: In Deutschland gibt es einen besorgniserregenden Rückgang von Insekten. Die Biomasse der fliegenden Insekten hat seit 1989 um 76 Prozent abgenommen. Das Ergebnis kommt aus Naturschutzgebieten, was bedeutet, dass der Insektenschwund in landwirtschaftlich genutzten Gebieten noch viel schlimmer sein könnte. Weshalb genau in Deutschland die Insekten verschwinden, ist noch nicht bekannt.


Eine Honigbiene entfernt sich von einer Blüte

In den Naturschutzgebieten verschwinden die Insekten

Insekten sind verantwortlich für die Bestäubung von 80 Prozent der Pflanzen in Deutschland. Ohne die kleinen Gliedertiere gäbe es kaum Obst und Gemüse. Der Rückgang wichtiger Bestäubungsinsekten wie Schmetterlinge, Käfer oder wilden Bienen ist daher besorgniserregend.


Wie genau der Bestand der Insekten insgesamt in Deutschland aussieht, war lange ungeklärt. Casper Hallmann von der Radboud Universität in den Niederlanden wollte dieser Problematik mit seinen Kollegen nachgehen. Das Team führte eine der umfangreichsten Langzeitstudien zum deutschen Insektenbestand durchgeführt. Über 27 Jahre hinweg werteten sie die Biomasse von fliegenden Insekten in insgesamt 63 Naturschutzgebieten aus. Die Forscher fingen die Insekten in einem standardisierten Verfahren und wogen sie. Außerdem bezogen die Forscher Umgebungsdaten in die Studie mit ein.

Drei Viertel der fliegenden Insekten sind weg

Das Ergebnis hat sogar die Forscher überrascht und erschreckt: Im Verlauf der Studie nahm die Biomasse der fliegenden Insekten in den untersuchten Gebieten um 76 Prozent zurück. Der Rückgang der Insekten betrifft also nicht nur einzelne Gruppen wie etwa Schmetterlinge oder Bienen, sondern alle fliegenden Insekten. Und er ist weitaus massiver als bisher angenommen.

Dieser Verlust der Insektenbiomasse ist alarmierend – und das umso mehr, weil alle Fallen in Naturschutzgebieten aufgestellt waren und damit in Gebieten mit eigentlich noch funktionierenden Ökosystemfunktionen„, so die Forscher.

Noch haben die Forscher keinen Grund gefunden

Auf die Frage, woran dieser beängstigende Rückgang liegt, haben die Forscher bisher noch keine genaue Antwort gefunden. Sie suchten nach Erklärungen in Veränderungen in den Habitaten oder der Landnutzung sowie im Klima. Dabei fanden sie keine ausreichende Erklärung. Um dem Insektensterben entgegenzutreten, ist es von entscheidender Bedeutung, die Gründe dafür zu kennen.

Eine Hypothese haben die Forscher jedoch: Sie vermuten, dass die Intensivierung der Landwirtschaft nebst der Nutzung von Pestiziden für das Insektensterben verantwortlich ist. „Die Schutzgebiete und ihre Insektenpopulationen könnten durch die Felder in ihrer unmittelbaren Umgebung beeinträchtigt worden sein – das würde den Trend zumindest teilweise erklären„, vermuten Hallmann und Kollegen. Diese Hypothese wollen sie nun weiter untersuchen.

Das Verschwinden der Insekten mag uns im Alltag nicht besonders auffallen oder sogar willkommen sein. Allerdings sind ganze Ökosysteme von den kleinen fliegenden Tieren abhängig. Wenn der Insektenschwund so weitergeht, sind massive Folgen zu etwarten.

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2 Kommentare

  1. tomwe1

    19. Oktober 2017 at 19:12

    der grund ist super simple

    gier nach zb geld macht auto da interessieren tiere nicht

    nur ohne leben wir max noch 5 jahre dann gibt es keine menschen mehr

    wissen alle interessiert keinen

  2. eineinfacherbürger

    19. Oktober 2017 at 20:30

    konkret sind es doch die Nebenwirkungen der Geldvermehrung, des Machtstrebens und der Autoverliebtheit. Insekten spielen im täglichen Leben keine Rolle und werden daher nicht bewusst wahr genommen. Und ein Rasen mit Löwenzahn ist vielen Gartenbesitzern ein Dorn im Auge. Dadurch fehlen den Insekten Nahrungsangebote mit entsprechenden Konsequenzen …

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