Neben der Elektromobilität gelten autonome Fahrzeuge als das Zukunftsthema im Verkehrsbereich. Alle deutschen Autohersteller haben daher bereits Forschung und Entwicklung in diesem Bereich betrieben. Mercedes-Benz hat dabei nun eine spezielle Herausforderung identifiziert: Der Verkehr verhält sich weltweit unterschiedlich. Diese Erfahrung dürften auch menschliche Fahrer gemacht haben, die etwa in einer Millionenmetropole wie Shanghai schon einmal am Steuer saßen. Dort mögen zwar ähnliche Verkehrsregeln wie in Deutschland gelten – die Realität sieht aber oft anders aus. Darauf muss natürlich auch die Technik für autonome Fahrten eingestellt sein. Der Stuttgarter Konzern geht daher nun mit einer S-Klasse auf Welttournee: Innerhalb von fünf Monaten sollen die automatisierten Assistenzsysteme auf fünf Kontinenten unter verschiedenen Verkehrsbedingungen getestet werden.


Ein Erprobungsfahrzeug der neuen S-Klasse begibt sich auf eine Reise über fünf Kontinente. Foto: By Борис Ульзибат [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Von der deutschen Autobahn bis zum amerikanischen Highway

Los geht es in Deutschland. Hier steht vor allem das Fahrverhalten bei Stau auf der Autobahn im Vordergrund. Anschließend kommt es zu Testfahrten im extrem dichten Verkehr in Shanghai, bevor auf einer Fahrt von Sydney nach Melbourne das aktuelle Kartenmaterial genau getestet wird. Die vorletzte Station der Weltreise ist Kapstadt, wo insbesondere die landesspezifischen Besonderheiten im Mittelpunkt der Tests stehen. Zum Abschluss stehen dann noch Fahrten in Los Angeles und Las Vegas an. Hier wird insbesondere auf Situationen mit rechts überholenden Fahrzeugen geachtet. Die gesammelten Daten und Erfahrungswerte sollen anschließend dazu beitragen, dass die autonome Fahrtechnologie von Mercedes-Benz sich später einmal weltweit im Straßenverkehr zurecht findet.

Ein internationaler Rechtsrahmen ist Voraussetzung für zügige Innovationen

Im Rahmen der Ankündigung der Welttournee weist Mercedes zudem auf eine noch immer vorhandene Problematik hin: Es gibt keinen weltweit gültigen Rechtsrahmen für autonome Autofahrten. Das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr aus dem Jahr 1968 schreibt sogar explizit einen verantwortlichen Fahrzeugführer vor. Verschiedene Staaten – darunter Deutschland und die Vereinigten Staaten – arbeiten inzwischen an einer sicheren Rechtsgrundlage. Ein Flickenteppich aus vielen verschiedenen nationalen Regelungen, macht die Entwicklungsarbeit für international operierende Autobauer aber unnötig teuer und kompliziert. Mercedes-Benz fordert daher eine „weitergehende internationale Harmonisierung des Rechtsrahmens“. Tatsächlich hat zumindest die EU-Kommission auch bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen.


Via: Mercedes-Benz

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.