Künftig kann sich jeder, der eine weite Reise macht, informieren, wie groß die Gefahr durch Moskitos an seinem Ziel ist. Die Daten, mit der die Karte hergestellt wird, werden von hunderttausenden, vielleicht sogar Millionen Menschen zusammengetragen. Sie benötigen dafür lediglich ein Handy mit einer App zur Tonaufzeichnung. Wenn die Hilfs-Wissenschaftler Moskitos entdecken müssen sie lediglich die App aktivieren, das sirrende Geräusch der Flügel aufzeichnen und das Tondokument an das Team um Manu Prakash, Professor für Bioingenieurswesen schicken, der an der Stanford University in Kalifornien lehrt.


Das Sirren der Flügel charakterisiert Moskitoarten

Die Forscher haben eine Tondatenbank mit den Geräuschen angelegt, die unterschiedliche Moskitos mit ihren Flügeln erzeugen. Die Tondokumente, die die freiwilligen Helfer schicken, werden von Hintergrundgeräuschen befreit. Dann lassen sie sich den gespeicherten Dokumenten zuordnen. Der Ort, an dem die jeweiligen Töne aufgenommen wurden, werden auf einer Weltkarte dokumentiert, die via Internet für jeden zugänglich sein soll. Die Forscher bevorzugen das wav-Format, akzeptieren aber auch mp3, amr, mp4, aiff, aac, wma und ogg.


Bild: Kurt Hickman

Auslöser von oft tödlichen Krankheiten

Moskitos übertragen unterschiedliche schwere, oft tödliche Krankheiten wie Malaria, Dengue und Gelbes Fieber. „Wenn sie ein Moskito totschlagen haben sie sich vor einer Gefahr bewahrt“, sagt Haripriya Mukundarajan, der zum Prakash-Team gehört. „Wenn sie das Geräusch jedoch aufnehmen und die Datei an das Abuzz-Projekt schicken, nehmen sie teil an den Bemühungen, die Gefahren, die von Moskitos ausgehen, für andere zu reduzieren.“

Auf der Pazifikinsel Madagaskar hat das Prakash-Team bereits einen Feldversuch absolviert. Einheimische Handybesitzer wurde zehn Minuten lang auf ihre Aufgabe vorbereitet. Diesen Kurs gibt es auch im Internet, allerdings nur in englischer Sprache. Am Tag nach der Einweisung lieferten die freiwilligen Helfer bereits 60 Tondokumente an.

Gefahr auch für Mitteleuropa

Die Weltkarte wird künftig auch für Menschen interessant, die in gemäßigten Breite wohnen, etwa in Mitteleuropa. Bisher gibt es dort praktisch keine Moskitos. Das wird sich jedoch mit der Erwärmung der Erde ändern.

 

via Stanford University

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