Firmen wie Google und Facebook haben ein natürliches Interesse daran, dass weltweit eine sichere Internetverbindung vorhanden ist. Denn ohne Verbindung zum Netz kann natürlich auch niemand auf die Dienste der Unternehmen zugreifen. Google setzt daher im Rahmen des Projekts Loon auf spezielle Ballons, die etwa in Sri Lanka für eine flächendeckende Internetverbindung sorgen. Facebook verfolgt ein ähnliches Projekt, setzt dabei aber auf Solardrohnen. Die Firma Airborne Wireless Network (AWN) hingegen setzt auf einen anderen interessanten Ansatz: Die Ingenieure dort wollen Passagierflugzeuge mit Mikrowellenrelaisstationen ausstatten und so ein drahtloses Breitbandkommunikationsnetz errichten, das ganz ohne den Einsatz von Satelliten auskommt. Eine erste Kooperation mit der Jet Midwest Group wurde bereits vereinbart.


Credit: Airborne Wireless Network
Credit: Airborne Wireless Network

Die Vielzahl der Flugzeuge sorgt für ein sicheres Netz

Diese soll aber zunächst lediglich dazu dienen, die Funktionsfähigkeit des Konzepts unter Beweis zu stellen. Um tatsächlich eine flächendeckende Versorgung zu erreichen, müsste hingegen ein Großteil der Passagierflugzeuge weltweit mit der Technik ausgestattet werden. Selbst dann allerdings würde es naturgemäß zu einer ungleichen Verteilung der Signale kommen. Denn schon heute gibt es stark frequentierte Flugkorridore – etwa in Europa – und Gegenden mit eher weniger Flugbewegungen – beispielsweise in Afrika. Dafür hat die Nutzung von Flugzeugen als Signalstation allerdings einige andere Vorteile. So stehen in der Regel gleich mehrere Flugzeuge zur Verfügung, sodass bei Störungen die Sendestation gewechselt und weiterhin eine sichere Internetverbindung gewährleistet werden kann.

Es wird weniger Weltraumschrott produziert

Außerdem kann so die Problematik des Weltraumschrotts umgangen werden. Denn zum einen laufen die Flugzeuge nicht Gefahr von im All herumfliegenden Teilen getroffen und beschädigt zu werden. Zum anderen enden Kommunikationssatelliten selbst irgendwann als Weltraumschrott. Flugzeuge hingegen können am Ende ihres Lebenszyklus ganz normal am Boden verschrottet werden. Die Transmitter an den Passagierfliegern können zudem regelmäßig repariert, ausgetauscht und upgedatet werden. Bei Satelliten hingegen gilt in der Regel: Was einmal unterwegs ins All ist, kann nicht mehr verändert werden. Grundsätzlich macht der Ansatz von AWN also durchaus Sinn. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Technik in den nun anstehenden Tests als praxistauglich erweist.


Via: Newatlas

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