Iran: Schüsselförmige Dachstruktur sammelt Trinkwasser

Die Architektur von Gebäuden wird immer auch von den klimatischen Bedingungen vor Ort beeinflusst. Dies ist beispielsweise der Grund, weshalb Häuser im warmen Südeuropa traditionell anders gebaut werden als im eher kalten Skandinavien. Das iranische Architekturbüro BMDesign hat nun ein Gebäude entwickelt, das speziell in besonders trockenen Gebieten zum Einsatz kommen soll. Mithilfe einer riesigen Schüssel auf dem Dach wird das Trinkwasser dabei zunächst gesammelt und dann in die integrierten Wasserspeicher weitergeleitet. Diese befinden sich zwischen den Hauswänden, sodass gleichzeitig auch noch ein Kühlungseffekt eintritt. Auf diese Weise kann das wenige Regenwasser gleich doppelt sinnvoll genutzt werden, was insbesondere in wüstennahen Gebieten wichtig ist.

Bild: BMDesign Studios

Zusätzliche Luftzirkulation sorgt ebenfalls für Kühlung

Die besondere Architektur der Gebäude bringt zudem noch einige weitere Vorteile mit sich. Denn das Regenwasser wird zwar von den Schüsseln auf dem Dach aufgefangen, dann allerdings dort nicht gesammelt, sondern von der Sonne geschützt gespeichert. Dies verhindert, dass ein nicht unerheblicher Teil des gesammelten Wassers gleich wieder verdunstet. Hinzu kommt, dass die riesigen Schüsseln auf dem Dach nicht nur Schatten spenden, sondern auch für eine zusätzliche Luftzirkulation sorgen – die dann wiederum ebenfalls eine kühlende Wirkung entfaltet. Der Vision der Planer zufolge sollen die einzelnen Häuser zudem rund um ein Atrium angeordnet werden, um die soziale Interaktion zwischen den Bewohnern zu fördern.

Architektur kann zur Linderung von Wasserknappheit beitragen

Langfristig gehen die Pläne sogar noch einen Schritt weiter: So könnten beispielsweise Teile der Gebäude unterhalb der Erde verschwinden, was ebenfalls für eine natürliche Form der Kühlung sorgen würde. In der Vergangenheit wurden zudem bereits einige andere Ideen präsentiert, wie architektonische Ansätze dazu beitragen könnten, die Wasserknappheit in trockenen Gebieten zu lindern. So haben Forscher bereits vor einigen Jahren einen riesigen See unterhalb der Wüste im Sudan entdeckt. Ein polnischer Architekt entwarf daraufhin die sogenannten Watertower. Diese sollen – ähnlich wie Bäume – die unterirdischen Wasserreservoirs anzapfen und das kühle Nass nach oben saugen. Bisher wurde diese Idee aber noch nicht verwirklicht.

Via: Inhabitat