Informatiker der Universität des Saarlandes haben aus flexiblem Silikon und leitfähigen Elektrosensoren berührungsempfindliche Sticker für die Haut entwickelt. Die Sticker schmiegen sich der menschlichen Haut an und werden mit einem medizinischen Kleber fixiert. Zudem kann der Anwender selbst das Design der elastischen iSkin-Aufkleber bestimmen. Das Anwendungsspektrum ist vielfältig. Die Sticker können beispielsweise an der Hand, den Fingern, am Unterarm und sogar hinter dem Ohr angebracht werden. Je nachdem welche Zwecke das elastische Steuerungspanel erfüllen soll, ist der Einsatzort variabel.


iSkin
iSkin, flexible Sensoren auf einer hauchdünnen Silikonoberfläche

Die Haut als berührungsempfindliche Steuerungseinheit

„Mit den Stickern erweitern wir die interaktive Oberfläche für den Nutzer, da praktisch der ganze Körper als Eingabefläche eingebunden werden kann“, erklärt Doktorand Martin Weigel. Das Potential der neuen elastischen Sticker möchte das Entwicklerteam rund um Martin Weigel und Jürgen Steimle (Leiter der „Embodied Interaction Group“) im Rahmen der bevorstehenden Computermesse „Cebit“ vom 16. bis zum 20. März in Hannover (Halle 9, Stand E13) demonstrieren.

Tastaturen-Sticker für Smartwatches

Das gewählte Silikon macht die Sensorensticker elastisch und formbarer. „So ist es einfacher, sie im Alltag zu benutzen. Den Musikspieler kann man einfach zusammenrollen und einstecken“, erklärt Jürgen Steimle. Mit Leichtigkeit kann der Nutzer der iSticker mobile Endgeräte einfach über die Haut steuern. Das Ganze funktioniert bereits ganz gut. Selbst wenn die Aufkleber zusammengeknüllt werden, funktionieren diese noch. Denkbar ist somit auch, dass abgewandelte Versionen der iSkin-Technologie auch als flexible Tastatur für Smartwatches zum Einsatz kommen. Schließlich ist das Display der neuen Hightech-Uhren recht klein, sodass Eingaben umfangreicherer Texte äußerst viel Geschicklichkeit und zuletzt auch Geduld erfordern. Mit einer über das Handgelenk ausrollbaren Tastatur, könnte diesem Umstand Abhilfe geleistet werden.


iSkin

In Zukunft soll iSkin sich drahtlos verbinden

Aktuell sind die Sticker noch über ein Kabel an ein Computersystem angeschlossen. In Zukunft sollen jedoch eingebaute Mikrochips die Kabel verdrängen und auch drahtlos Verbindungen mit den mobilen Endgeräten ermöglichen. Die iSkin Publikation wurde auf der SIGCHI-Konferenz mit dem „Best Paper Award“ ausgezeichnet. Die Konferenz zählt zu den wichtigsten Konferenzen im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion.

Das Design der Sticker können die Nutzer zuvor am PC selbst kreieren. So kann man den Anruf-Button für die Smartphone-Steuerung beispielsweise in ein Tiermotiv verlagern. Im Video wird ein Notenschlüssel gezeigt, der einen Lautstärke-Button beinhaltet. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind somit ebenfalls fast keine Grenzen gesetzt.

iSkin im Video

Quelle: Uni Saarland

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