CO2-Emissionen, die nicht in die Atmosphäre entweichen, können dort auch keinen Schaden anrichten. Schon länger gibt es daher die Idee, das Gas auf der Erde zu speichern. Eine Möglichkeit ist dabei die Anpflanzung von Bäumen – diese nehmen CO2 auf und wirken so wie ein natürlicher Speicher. Tatsächlich gibt es beispielsweise in Afrika und Nordkorea Pläne für entsprechend großflächige Aufforstprogramme. Technisch ist es aber auch möglich, das CO2 einzufangen und unterirdisch zu speichern. In Deutschland stößt diese Technik aber auf erhebliche Vorbehalte – zu groß ist die Angst vor Lecks, aus denen das Gas unkontrolliert wieder austreten könnte. In Island hat ein Forscherteam dafür nun eine Lösung gefunden.


Foto: Juerg Matter via Arstechnica
Foto: Juerg Matter via Arstechnica

Bisher werden jährlich 5.000 Tonnen CO2 gespeichert

Dabei wird das CO2 in Wasser gelöst und in eine unterirdische Schicht aus Vulkanbasalt geleitet. Dort reagiert das CO2 mit dem Gestein und wird mineralisiert. Es entstehen sogenannte Karbonate – also Salze, die nicht so einfach entweichen können wie Gas. Getestet wurde dieses Verfahren im isländischen Geothermie-Kraftwerk Hellisheidi. Dort wurden in den vergangenen Jahren auf diese Weise immerhin jährlich 5.000 Tonnen CO2 gespeichert. Ab diesem Sommer soll der Wert nun sogar verdoppelt werden. Dies hängt auch mit den vergleichsweise geringen Kosten zusammen: Der Kraftwerksbetreiber beziffert die Ausgaben je gespeicherter Tonne CO2 auf rund 30 Euro.

In Deutschland fehlen unterirdische Basaltschichten

Das Verfahren scheint also durchaus vielversprechend zu sein. In Deutschland dürfte sich eine Umsetzung aber als schwierig erweisen: Abgesehen von kleineren Vorkommen beispielsweise im Westerwald mangelt es hierzulande schlicht an unterirdischen Basaltvorkommen. In anderen Ländern könnte eine weitere Problematik hinzukommen: Für das Verfahren wird vergleichsweise viel Wasser benötigt. So benötigt man zur Speicherung von einer Millionen Tonnen CO2 25 Millionen Liter Wasser. In Island ist dies natürlich unproblematisch – in eher trockenen Gegenden könnte es aber zum Problem werden. Es handelt sich also um eine Lösung, die in Island sehr gut funktioniert, sich aber nicht auf alle Länder übertragen lässt.


Via: Arstechnica

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1 Kommentar

  1. josef

    15. Juni 2016 at 10:24

    wie wärs damit CO2 einfach nicht zu erzeugen…

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