Medienberichten zufolge bereitet sich Berlin für die Ankunft der ersten Ebola-Patienten aus dem Ausland vor. Dafür wurden spezielle Isolierstationen eingerichtet. Bisher verfügte die Sonderisolierstation im Virchow-Klinikum drei Betten. Die Kapazität wurde jetzt jedoch auf 20 Betten aufgestockt. Laut dem Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja seien bisher noch keine Anfragen aus dem Ausland eingegangen. Dies bestätigte er auch gegenüber der dpa. Es dürfte sich dabei jedoch lediglich um eine Frage der Zeit handeln, bis die ersten Patienten eintreffen. In der Regel betrage die Vorlaufzeit zwischen ein und drei Tage.


Ebola
Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Hunderte Deutsche stehen vor Einsatz in Westafrika

Bevor die Ebola-Patienten in der Spezial-Isolierstation eintreffen, muss zunächst eine Anfrage durch die Weltgesundheitsorganisation über das Auswärtige Amt bei den deutschen Kompetenzzentren gestellt werden. Eines der Kompetenzzentren ist dabei die Berliner Charité. Die Ebola-Patienten werden nach dem OK mit einem Spezialflugzeug eingeflogen und von dort aus mit einem entsprechend umfangreich ausgestatteten Rettungswagen zur Isolierstation in das Virchow-Klinikum befördert. Neben den 20 Betten für die Ebola-Behandlung sind auch zehn Betten für die anschließende Genesungsphase verfügbar. Somit hat Berlin alsbald fast die Hälfte der 47 bundesweit verfügbaren Betten parat. Als Grund für die Aufstockung der Betten ist der bevorstehende Einsatz von Hunderter deutscher Helfer, die in Westafrika unterstützen sollen. Die Helfer setzen sich dabei aus Ärzten ohne Grenzen, Bundeswehr-Soldaten und Helfern des deutschen Roten Kreuzes zusammen. Sollte einer der Helfer Erkrankungserscheinungen an den Tag bringen, wird dieser umgehend mit einer Spezial-Maschine in die Isolierstation befördert um dort entsprechend behandelt zu werden.

Dank den intensiv betriebenen Forschungen konnte jüngst auch eine recht sichere und vor allem schnelle Nachweismethode für Ebola entwickelt werden. Diese Erkenntnisse dürften ebenfalls im Einsatz helfen umgehend Symptomatiken richtig zu deuten und somit auch Leben retten zu können.


Ansteckungsgefahr in Deutschland wird nahezu ausgeschlossen

In Frankfurt, Leipzig und Hamburg wurden bereits Ebola-Patienten behandelt. Ein Patient ist bisher gestorben. Die Behandlung von Ebola-Infizierten ist ziemlich umfangreich und erstreckt sich über zwei Wochen. Dabei ist eine intensiv-medizinische Betreuung von 16 Ärzten und 16 Pflegern im Schichtsystem erforderlich. In Berlin werden nun Spezialschulungen durchgeführt um die Behandlungen zu optimieren und im Ernstfall stets funktionieren zu können. Zudem muss das Material aufgestockt werden. Spezial Schutzanzüge und weitere Geräte sind dabei erforderlich. Ersten Schätzungen zufolge betragen die Zusatzkosten knapp eine Million Euro. Ob der Bund im späteren Verlauf für die Kosten aufkommt muss noch geklärt werden.

Helfer, die aus Westafrika zurück kommen sollen den Experten zufolge nicht strickten Quarantäne-Vorschriften unterliegen. Vielmehr sollen diese jedoch drei Wochen Urlaub machen und regelmäßig Fieber messen. Freiwillig können die Helfer sich zusätzlich regelmäßig beim Gesundheitsamt melden beziehungsweise vorstellen, ergänzt die Seuchenreferentin Marlen Suckau.

Den Experten nach gelten Ebola-Ansteckungen in Deutschland als recht unwahrscheinlich. Bisher konnten in Berlin drei Verdachtsfälle ausfindig gemacht werden, die sich im Nachhinein jedoch als Fehlalarme entpuppten. Schwestern und Ärzte, die in den USA und in Europa nach einer Ebola-Erkrankung behandelt wurden, haben laut Mario Czaja Fehler im Umgang mit der Schutzkleidung begangen.

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