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Ist BPA-freies Plastik schlecht für die Entwicklung von Embryos?

Bisphenol A oder BPA wird zum Erhärten von Kunststoff eingesetzt und findet sich teilweise in Fässern und Flaschen für Lebensmittel. Der Stoff gilt als Hormongift und krebserregend. Die Hersteller preisen deshalb BPA-freie Varianten als sichere Alternativen an. In BPA-freien Produkten kommt Bisphenol S (BPS) zum Einsatz. Eine neue Studie legt nun jedoch nahe, dass auch BPS schädigende Auswirkungen haben kann, und zwar spezifisch auf die embryonale Entwicklung.

flasche

BPS: So schädlich wie BPA?

Forscher der University of California (UCLA) legten eine Studie vor, nach der BPS die embryonale Entwicklung beschleunigt und so zu Frühgeburten führen kann. Außerdem stört BPS die Fortpflanzung. Im Rahmen der an Versuchstieren durchgeführten Studie untersuchten die Wissenschaftler erstmals die Effekte von BPA und BPS auf Gehirnzellen und Gene, die die Entwicklung von Geschlechtsorganen steuern. Im Ergebnis kamen sie zu dem Schluss, dass die Verwendung von BPA-Alternativen Plastikprodukte nicht zwingend sicherer macht.

Die Forscher untersuchten die Wirkung von BPA und BPS auf Zebrafische. Beide Stoffe führten in Konzentrationen, wie sie zum Beispiel in verunreinigtem Flusswasser zu finden sind, dazu, dass die Embryonen der Fische sich in den Fischeiern schneller entwickelten und somit verfrüht schlüpften. Die Wahl fiel auf Zebrafische, da deren transparente Embryos es ermöglichen, das Zellwachstum direkt zu beobachten.

Die Wissenschafter nutzten grün fluoreszierende Proteine um die Entwicklung endokriner Gehirnzellen zu verfolgen, die die Pubertät und Fortpflanzung der Fische kontrollieren. Unter der Einwirkung von BPA erhöhte sich die Zahl dieser Zellen um 40 Prozent, was nahelegt, dass BPA das Fortpflanzungssystem überstimuliert. Aber auch BPS ist nach Angaben der Forscher nicht harmlos: “Exposure to low levels of BPA had a significant impact on the embryos’ development of brain cells that control reproduction, and the genes that control reproduction later in life. We saw many of these same effects with BPS found in BPA-free products. BPS is not harmless”, so Nancy Wayne von der David Geffen School of Medicine der UCLA.

BPA und BPS simulieren Östrogen und Schilddrüsen-Hormone

Die Forscher waren überrascht, als sie herausfanden, dass sowohl BPA als auch BPS sowohl durch ein Östrogen-System als auch durch ein System für Schilddrüsen-Hormone wirken. “Most people think of BPA as mimicking the effects of estrogen. But our work shows that it also mimics the actions of thyroid hormone,. Because of thyroid hormone’s important influence on brain development during gestation, our work holds important implications for general embryonic and fetal development, including in humans”, so Wayne weiter.

Die Forschung legt schon länger nahe, dass Eingriff in das endokrine System durch Chemikalien für steigende Frühgeburtenrate in den USA verantwortlich sei. Die Ergebnisse der Wissenschaftler von der UCLA unterstützen diese These. Alarmierend ist hierbei vor allem die Tatsache, dass auch die Verwendung von BPS als Alternative für BPA schädlich zu sein scheint. Viele als BPA-frei angepriesene Plastikbehälter und -flaschen greifen auf BPS zurück. Inwieweit die Ergebnisse der Studie auch auf Menschen übertragbar ist muss jedoch noch erforscht werden.

Quelle: Sciencedaily

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