Japan Airlines will Kerosin aus alten Klamotten herstellen

Die Suche nach alternativen Herstellungsmethoden für diverse Treibstoffe beschäftigt die Wissenschaft bereits seit mehreren Jahren. Die japanischen Fluglinie Japan Airlines hat einen interessanten Ansatz zur Gewinnung von Kerosin vorgestellt: Sie wollen den Flugzeugtreibstoff aus alten Klamotten herstellen. Dazu arbeitet die Fluglinie mit einem Recycling-Unternehmen zusammen, das die dahinter stehende Technologie entwickelt hat.

Bild: Japan Airlines Boeing 777-200 JA008D (1), BriYYZ, Flickr, CC BY-SA 2.0

Treibstoff aus alten Jeans und T-Shirts

Die Initiative geht von einem Zusammenschluss von Japan Airlines mit der Recycling-Firma Japan Environmental Planning (kurz Jeplan) und dem in Tokyo ansässigen Green Earth Institute aus. Jeplan arbeitet mit 12 Retailern zusammen und sammelt in 1.000 Stores in ganz Japan alte Klamotten und Stoffe ein.

Aus diesen Stoffen soll mit einer von Jeplans Gründer Michihiko Iwamoto entwickelten Methode zu Biokerosin verarbeitet werden. Der Japaner arbeitet seit inzwischen 5 Jahren an der Technologie, die Fermentierung nutzt, um die in Baumwolle enthaltenen Zucker aufzubrechen und in Alkohole umzuwandeln, aus denen dann Kraftstoff hergestellt werden kann. Ursprünglich wollte er damit ein Auto entwickeln, das komplett von Müll angetrieben wird. Diese Vision setzte er zum Teil um, als er im Oktober mit einem modifizierten DeLorean eine Tour durch ganz Japan machte.

I totally believed that in the future, there would be a car that runs on garbage. But years went by, and that didn’t happen. So I thought I’d develop it„, so Iwamoto in klarer Referenz zu dem müllgetriebenen DeLorean aus dem Film „Zurück in die Zukunft II“.

Die Methode ist nicht effizient genug

Letztlich soll die Technologie nun aber eingesetzt werden, um Kerosin für Flugzeuge herzustellen. Eine erste experimentelle Fabrik zur Herstellung des Biokerosins soll in Kürze gebaut werden. Ab 2020 sind dann erste Testflüge mit einer Mischung aus dem Biokerosin und konventionellem Treibstoff geplant. Kommerziell eingesetzt werden soll der Treibstoff aus alten T-Shirts und Jeans ab 2030.

Die Idee ist aber unterm Strich keine Lösung für die Problematik der Abhängigkeit vieler Technologien von fossilen Brennstoffen. Denn aus 100 Tonnen Baumwolle können lediglich 10.000 Liter Treibstoff gewonnen werden. Zum Vergleich: Eine Boeing 747 verbrennt diese Menge an Kerosin in weniger als einer Stunde.

Selbst wenn die gesamte Menge in Japan anfallender Baumwoll-Abfälle zur Produktion von Kerosin verwendet würde, würde das nur etwa ein Prozent des jährlichen Kerosin-Verbrauchs in Japan decken.

Allerdings kann die Technologie hinter der Treibstoffgewinnung auch auf andere Abfälle angewandt werden, darunter auch Papier. In Zukunft könnte Jeplan die Produktion also weiter ausbauen.

via NIKKEI Asian Review